Kranker Diktator
Medien: Kim Jong Il leidet an Krebs
Am vergangenen Mittwoch hatte Kim Jong Il, der 1994 seinen Vater, den Staatsgründer Kim Il Sung, nach dessen Tod beerbt hatte, an einer Gedenkfeier zu dessen 15. Todestag teilgenommen. Auf TV-Bildern wirkte er noch stärker abgemagert und hatte weniger Haare als bei seinem bis dahin letzten öffentlichen Auftritt im April. Damals war er erstmals seit Berichten, dass er im Sommer vergangenen Jahres einen Schlaganfall erlitten habe, in der Öffentlichkeit aufgetreten.
Jüngsten Sohn zum Nachfolger designiert
Der Diktator ist Generalsekretär der kommunistischen Partei der Arbeit und Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission - und damit Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Das Amt des Staatspräsidenten der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik bekleidet er formal nicht - es ist seinem verstorbenem Vater, dem "ewigen Präsidenten" vorbehalten. Kim Jong Il hat nach Berichten aus Südkorea den jüngsten seiner drei Söhne, den 26-jährigen Kim Jong Un, zum Nachfolger designiert. Dieser soll unter einer anderen Identität bis 1998 in der Schweiz die Schule besucht haben.
Nordkorea provoziert mit Raketentests
International ist Nordkorea nach einer Reihe von Raketen- und Atomtests isoliert. Vor knapp einer Woche hatte Pjöngjang nach südkoreanischen Angaben sieben Raketen mit einer Reichweite von 500 Kilometern ins Japanische Meer abgefeuert. Seit seinem zweiten Atomtest Ende Mai testete das nordostasiatische Land immer wieder Raketen, darunter Anfang April auch eine Langstreckenrakete. Ausländische Geheimdienste befürchten mögliche Machtkämpfe in Pjöngjang um Kim Jong Ils Nachfolge und eine gefährliche Destabilisierung.
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