Grabschändung
Friedhofsarbeiter verkaufen belegte Gräber weiter
Auf dem Burr-Oak-Friedhof sind vor allem Afro-Amerikaner bestattet, darunter auch bekannte Persönlichkeiten wie die Blues-Legende Dinah Washington oder Box-Champion Ezzard Charles. Auch Emmett Till, ein 1955 aus rassistischen Motiven ermordeter junger Afro-Amerikaner aus Chicago, ist dort beerdigt.
Leichen einfach tiefer eingestampft
Sheriff Thomas Dart berichtete, manchmal seien sterbliche Überreste sogar in den Gräbern verblieben und einfach tiefer in den Erdboden gepresst worden. Nach dem Verkauf der Grabstelle sei der nächste Tote dann obenauf gelegt worden. Es werde voraussichtlich Monate dauern, bis alle Leichen identifiziert und die Gräber wiederhergestellt seien, sagte Dart. Dies sei umso komplizierter, da Dokumente manipuliert oder zerstört worden seien. Die Vorgänge auf dem Friedhof kamen ans Licht, als den Besitzern des Geländes finanzielle Ungereimtheiten auffielen und sie deshalb Sheriff Dart alarmierten.
"Für sie sollte es einen eigenen Platz in der Hölle geben"
Nach Behördenangaben suchten die Täter sich solche Gräber aus, die schon alt waren und nicht mehr regelmäßig besucht wurden. Nachdem der Skandal bekanntgeworden war, strömten zahlreiche Hinterbliebene auf den Friedhof, um an den Gräbern ihrer Angehörigen nach dem Rechten zu sehen. "Für diese Friedhofsräuber sollte es einen ganz besonderen Platz in der Hölle geben, sie haben diesen Familien so viel Kummer gemacht", wetterte der afro-amerikanische Pastor und Bürgerrechtler Jesse Jackson.
Der Friedhofsmanagerin wird auch die Veruntreuung von Geldern vorgeworfen, die für eine Gedenkstätte für Emmett Till gedacht waren. Ihre drei Helfershelfer werden zudem der Leichen-Zerstückelung beschuldigt. "Dies ist ein Verbrechen einer neuen Dimension, das uns zeigt, was Menschen für ihren Profit bereit sind zu tun", sagte die zuständige Staatsanwältin Anita Alvarez.
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