Nach Wahl im Iran

Scharfe Töne Ahmadinejads gegen den Westen

Ausland
27.06.2009 20:51
Ungeachtet aller Proteste und Vorwürfe der Wahlfälschung schlägt der umstrittene iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad zwei Wochen nach dem Urnengang wieder scharfe Töne gegen den Westen an. "Ohne jeden Zweifel wird die neue iranische Regierung dem Westen entschiedener und machtvoller begegnen", sagte Ahmadinejad am Samstag.

Beobachter gehen davon aus, dass er damit deutlich machen wollte, dass die Kompromissbereitschaft Teherans bei Streitthemen wie dem iranischen Atomprogramm oder der Nahost-Politik geringer als je zuvor sein werde. Dabei ist Ahmadinejads umstrittene Wiederwahl noch nicht einmal offiziell bestätigt worden - Kritiker sprechen von Wahlbetrug.

Westen hat "iranische Nation beleidigt"
US-Präsident Barack Obama und führende Politiker europäischer Länder hätten "die iranische Nation beleidigt", weil sie sich in innere Angelegenheiten der Islamischen Republik eingemischt hätten, betonte Ahmadinejad weiter. Der US-Präsident und europäische Regierungschefs hatten die Regierung in Teheran aufgefordert, den Konflikt nach den Wahlen mit friedlichen Mitteln zu lösen und keine Gewalt zur Unterdrückung friedlicher Proteste anzuwenden. "Diesmal wird die iranische Nation entschieden und klar antworten, so dass ihr beschämt seid und bereut", sagte Ahmadinejad in Richtung westlicher Staaten.

"Imperialistische und arrogante Rhetorik"
Die Weltmächte sollten zu ihren eigenen Grenzen zurückkehren, mit der Einmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten aufhören und ihr Ansehen nicht beschädigen, indem sie mit "imperialistischer und arroganter Rhetorik" zur Welt sprächen, sagte er weiter. Die Führung in Teheran will die diplomatischen Beziehungen zu verschiedenen europäischen Staaten, darunter Großbritannien, Frankreich und Deutschland, überprüfen oder sogar herabstufen.

Wächterrat richtet Sonderkommitee ein
Nach Massenprotesten und blutigen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten mit mindestens 25 Toten hat der Wächterrat indes einen Lösungsvorschlag zur Beilegung des Konflikts gemacht. Demnach soll ein Sonderkomitee gebildet werden, um zehn Prozent der Ergebnisse der Präsidentschaftswahl vom 12. Juni zu überprüfen (siehe Story in der Infobox).

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
27.06.2009 20:51
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung