Do, 21. Juni 2018

Eigener Chef

02.06.2009 17:40

Der steinige Weg in die Selbstständigkeit

Ein langer Arbeitstag, lauter Aufgaben, die dich nur mäßig interessieren, und dann auch noch ein lästiger Chef im Nacken. Oder aber auch eine sensationelle Geschäftsidee, über der du schon seit geraumer Zeit brütest. Aus dem einen oder anderen Grund ist bei vielen Menschen schon der Wunsch nach dem eigenen Unternehmen aufgetaucht, endlich sein eigener Chef sein. Sich seine Zeit selbst einteilen. In die eigene Tasche wirtschaften. Klingt in der Theorie gut. Die Praxis sieht dann oft jedoch ein bisschen anders aus. Wann du den Schritt in die Selbstständigkeit beruhigt wagen kannst und was du dabei beachten solltest, das erfährst du hier.

Gute Geschäftsidee
Die Grundlage jeden Unternehmens ist die richtige Geschäftsidee. Du brauchst einen konkreten Arbeitsauftrag, ein Ziel für dein Unternehmen – sei es ein Produkt oder eine Dienstleistung – in jedem Fall etwas, das du sehr gut kannst und das außer dir noch niemand in dieser Form anbietet. Die Geschäftsidee muss ein vorhandenes Bedürfnis auf neue Art und Weise befriedigen können. Du kannst in deinem Umfeld Marktforschung für deine Idee betreiben. Stößt sie auf Anklang, dann kannst du dich weiter in die Entwicklung stürzen.

Umfassende Informationen
Dann gilt es, sich Informationen über die Gründung zu verschaffen. Welche Rechtsform ist üblich? Brauchst du eine spezielle Ausbildung? Ist eine Gewerbeberechtigung erforderlich? Wie sehen die finanziellen Anforderungen aus? Gibt es eine Bank, die dein Vorhaben finanziert? Gibt es Förderungen, für die du in Frage kommst? Bei diesen Fragen bekommst du durch die Wirtschaftskammer gute Unterstützung. Weiters gilt es, genaue Marktforschung zu betreiben. Analysiere deine potenzielle Kundenschicht und überlege dir, wie du an diese herantreten kannst. Auch musst du einen exakten Businessplan erstellen, in dem du dein Vorhaben unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten genau beschreibst, sowie Einnahmen und Ausgaben prognostizierst. Ist dir all das bereits zu viel Aufwand, dann solltest du dich fragen, ob es dir mit deinem Vorhaben wirklich ernst ist.

Fachliches Know-How
Als Unternehmer benötigst du einiges an Wissen, was die Führung eines Unternehmens angeht. Du solltest Grundkenntnisse in Buchhaltung, Steuerrecht, Unternehmensrecht, Rechnungswesen, Verkauf und Marketing besitzen. Darüber hinaus gilt es, jene Fähigkeiten und Fertigkeiten zu besitzen, die zur Umsetzung deiner Geschäftsidee notwendig sind. Hast du all das nicht, dann wird es entweder teuer, oder gefährlich – im schlimmsten Fall sogar beides. Denn du bist auf andere angewiesen, die für dich arbeiten und bist damit ausgeliefert. Möchtest du dennoch nicht auf diene eigene Firma verzichten, dann solltest du einen Kurs in Unternehmerkunde besuchen, der dich auf die wesentlichsten Herausforderungen vorbereitet.

Finanzieller Hintergrund
In den ersten Jahren einer Unternehmensgründung musst du in Leistungsvorlage gehen – sprich: investieren. Dafür brauchst du eine gewisse Grundausstattung an Kapital. Einerseits für dein Unternehmen, andererseits für dich selbst, damit du überleben kannst. Natürlich kannst du einen Teil auch finanzieren, jedoch wird die Bank auch Eigenmittel sehen wollen, die du bereit bist, für deine Pläne in die Hand zu nehmen. Denn wenn nicht einmal du genug an deine Firma glaubst, um Geld darin zu investieren, warum sollte es dann die Bank tun? Hast du kein Geld gespart, oder bist du nicht bereit, etwas von deinem Ersparten zu verwenden, dann solltest du von der Selbstständigkeit lieber die Finger lassen. Auch solltest du es dir anders überlegen, wenn dir der Gedanke an finanzielle Unsicherheit Angst einjagt. Denn es wird speziell zu Beginn Monate geben, wo du nichts verdienst, sondern aus deinen Ersparnissen leben musst.

Privatleben
In der ersten Zeit bzw. den ersten drei Jahren der Unternehmensgründung wird dein Privatleben sehr strapaziert werden. Die Firma muss an erster Stelle stehen. Dazu gehören auch unregelmäßige Arbeitszeiten. Nicht umsonst heißt „selbstständig“, du arbeitest selbst, und das ständig. Unbezahlte Überstunden, Wochenendarbeit und gerade in der ersten Phase wenig bis gar kein Urlaub – dafür bist du dein eigener Herr. Dass das jedoch auch für eine Partnerschaft bzw. Familie nicht unbedingt das angenehmste ist, ist klar. Deine Beziehung sollte daher sehr stabil, oder aber nicht vorhanden sein. Denn Streitigkeiten und Krisen sind bei derartigen Projekten immer an der Tagesordnung.

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