Motiv Langeweile?

Polizisten sollen für Gangster gearbeitet haben

Ausland
24.04.2009 12:04
Polizisten im zentralpolnischen Lodz haben ihren gesamten Berufsstand in Verruf gebracht: Sie sollen nach Dienstschluss für eine Verbrecherbande gearbeitet und dabei Schutzgelder erpresst, Drogentransporte begleitet sowie Drogendealer konkurrierender Banden ausgeschaltet haben.

Vier Verdächtige seien bereits festgenommen worden, ein Dutzend weiterer Beamte stehe unter Verdacht, berichtete die Zeitung "Gazeta Wyborcza" am Freitag. Erste Informationen über die illegale Nebentätigkeit der Antiterror-Leute habe es bereits 2001 gegeben.

Langeweile als Motiv?
Mitglieder der Sondereinheiten hätten um 16.00 Uhr Dienstschluss, danach sei ihnen möglicherweise langweilig, sagte ein Offizier der Zeitung. Ein weiterer Grund für die Polizisten, sich Gangstern anzudienen, könne außerdem die dürftige Entlohnung sein.

Polnische Antiterrorspezialisten verdienen zwischen 1.200 und 2.300 Zloty (266 bis 511 Euro) im Monat. Die Kriminellen hätten ihnen hingegen allein für einen Einsatz am Wochenende etwa 1.000 Zloty (225 Euro) gezahlt.

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