Polizei ermittelt
Deutsche fährt in Urlaub – behinderter Sohn stirbt
Rettungskräfte und Polizei waren den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge am Sonntagnachmittag zu einer Wohnung im Stadtteil Ohlerath von Bad Münstereifel gerufen worden. Dort trafen sie zwei fünf und 17 Jahre alte Schwestern sowie deren drei- und neunjährige Brüder an. Der ältere Bub war bereits in einem lebensbedrohlich schlechten Zustand und starb kurz nach seiner Einlieferung in ein Krankenhaus. Eine Obduktion der Leiche am Montagvormittag ergab zwar keine Gewalteinwirkung, doch fanden die Ermittler Hinweise auf mangelhafte Versorgung des Kindes.
Laut Polizei bedurfte der Bub wegen der körperlichen und geistigen Schwerbehinderung ständiger Pflege. Dennoch sei seine Mutter Anfang April mit einem weiteren, zehnjährigen Sohn zu einer Reise ins sonnige Spanien aufgebrochen. Die Betreuung der Kinder sollte in dieser Zeit die 17-jährige Tochter übernehmen, die damit laut Polizei aber völlig überfordert war. In ihrer Not wandte sich die Jugendliche an den 27-jährigen Bekannten der Mutter. Dieser half ihr zwar zeitweise bei der Versorgung der Kinder, die Pflege des schwerstbehinderten Buben überließ der Mann aber offenbar ganz dem Mädchen.
Nach ihrer Rückkehr aus dem Ausland am Sonntag wurde die Mutter festgenommen, anschließend auch die Tochter und der Bekannte. Die übrigen Kinder der Familie wurden dem Jugendamt in Obhut gegeben. Ob die Behörde schon früher Hinweise auf Probleme in der Familie hatte, ist bislang unklar.
Symbolbild
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.