Mysteriöse Bluttat
Verdächtige streiten Beteiligung an Morden ab
Der 18-Jährige hatte am Karfreitag das Rote Kreuz verständigt und angegeben, er habe seine Familie im Haus tot aufgefunden. Er selbst habe in der Nacht auf Freitag bei einem Freund übernachtet.
Keine handfesten Beweise
Es gibt zwar keine handfesten Beweise gegen die jungen Männer, dennoch sind sie nach Angaben der Polizei wegen der Gesamtumstände der Tat dringend verdächtig: "Am Haus gab es keine Einbruchspuren, es wurde nichts aus der Wohnung gestohlen und nichts durchwühlt", sagte Bauer. Auch die Lage der Toten in der Wohnung lässt nach Auskunft des Sprechers darauf schließen, dass die Familie nicht von Unbekannten überrascht wurde: Die Leiche des 57-jährigen Heilpraktikers wurde im Flur aufgefunden, die seiner 55-jährigen Frau im Bad und die der beiden 22 und 24 Jahre alten Schwestern lagen im Dachgeschoß in einem Zimmer.
Leichen mit "Vielzahl von Einschüssen"
Laut Obduktionsergebnis wurden die vier mit einer kleinkalibrigen Waffe getötet. Nach diesem Bericht weisen die Leichen "eine Vielzahl von Einschüssen auf". Klären muss die Polizei auch, wer von den beiden Tatverdächtigen geschossen haben könnte. Oder griffen beide zur Waffe? Unklar ist nach wie vor auch, in welchem Zusammenhang die Mitgliedschaft des 18-Jährigen im örtlichen Schützenverein zur Tat stehen könnte: Auf den 18-Jährigen war keine Waffe zugelassen. Sein 19 Jahre alter Freund war früher Mitglied in der Schützengilde. In der Wohnung der getöteten Eltern fand die Polizei lediglich ein Luftgewehr.
Mit kleinkalibrigen Waffen geübt
Der 18-Jährige hatte in seinem Schützenverein mit Luftgewehren aber auch mit kleinkalibrigen Waffen - sogenannten KK-Gewehren - geübt. "Im Schützenverein des tatverdächtigen 18-jährigen Sohnes fehlt keine Waffe", sagte Polizeisprecher Rainer Schindler. Ob der mutmaßliche 19-jährige Komplize eine Waffe besessen habe, sei unklar. Am Sonntagvormittag löschte der Verein das Bild und den Namen des 18-Jährigen von der Homepage.
Laut Bauer werden die beiden Tatverdächtigen sowie der nähere Kreis der beiden Männer und der Opfer weiter beleuchtet. "Die Vernehmungen gehen weiter, ebenso die Spurenauswertung. Die Ermittler sichern in den Wohnungen der Tatverdächtigen auch noch neue Spuren." Die 30-köpfige Sonderkommission "Familie" werte Computer, Laptops und Terminkalender aus.
In der Gemeinde sehr engagiert
Der 18-jährige war wie seine getöteten Eltern in der Gemeinde sehr engagiert. Im DLRG-Ortsverein war der Schüler Übungsleiter. Nachbarn sagen, die unauffällige Familie sei sehr im Ort verwurzelt gewesen und "seit vielen Jahren engagiert im Kirchenchor". Erst im vergangenen Jahr hatte der 18-Jährige laut "Eislingen-Online" mit einem Freund an einer Pilgerreise auf dem Jakobsweg von den Pyrenäen bis nach Santiago de Campostella teilgenommen. Über diese Reise berichteten sie mit einem Diavortrag Ende Oktober im Luthergemeindehaus von Eislingen.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.