Umweltdesaster

Ölpest vor Australien größer als befürchtet

Ausland
15.03.2009 11:20
Nach einem Containerschiff-Unfall vor der Ostküste Australiens ist am Wochenende das ganze Ausmaß der Ölpest deutlich geworden. Die Behörden erhoben am Sonntag schwere Vorwürfe gegen die Besitzer des leckgeschlagenen Frachters. Anstatt der ursprünglich angegebenen 20.000 bis 30.000 Liter seien bis zu einer Viertelmillion Liter Öl aus dem unter der Flagge von Hongkong fahrenden "Pacific Adventurer" ausgetreten.

"Zweifellos sind wir zunächst in die Irre geführt worden, was die Menge des ins Wasser gelangten Öls angeht", sagte die Ministerpräsidentin des von der Umweltkatastrophe betroffenen Bundesstaats Queensland, Anna Bligh, dem TV-Sender ABC. Das Schiff war während des Wirbelsturms "Hamish" am Mittwoch in schwere See geraten. Dabei gingen auch 31 Container mit Düngemitteln über Bord, was nach Befürchtungen von Umweltschützern zu einer für Meerestiere tödliche Algenblüte führen könnte.

Viertelmillion Liter Öl ausgetreten 
Die Reederei Swire Shipping bestritt eine absichtliche Fehlinformation über die verlorene Ölmenge. Erste Schätzungen hätten sich als falsch herausgestellt, weil ein zweites, unter der Wasseroberfläche liegendes Leck zunächst nicht bemerkt worden sei, teilte Swire Shipping mit. Dem Unternehmen, das die Übernahme der Kosten für die Reinigung der Strände bereits zugesagt hat, droht im Falle einer Verurteilung wegen umwelt- oder seerechtlicher Verstöße eine Strafe von 1,5 Millionen australischen Dollar (gut 750.000 Euro).

Naturschutzgebiet von Ölpest bedroht
An den bisher unberührten Sandstränden von Queensland wurde auf einer Länge von 60 Kilometern Öl angeschwemmt. Die Behörden erklärten mehrere beliebte Touristenregionen zum Katastrophengebiet. Bedroht ist demnach auch das Naturschutzgebiet Moreton Bay, wo Seevögel, Schildkröten, Delfine und Pelikane leben. Dutzende verseuchte Tiere seien bereits entdeckt worden, Hunderte Helfer im Einsatz. Bligh hatte am Freitag von der "zweifellos bisher größten Umweltverschmutzung im Südosten Queenslands" gesprochen. Die australische Bundesregierung sagte den betroffenen Gebieten finanzielle Unterstützung zu.

Ministerpräsidentin Bligh, in deren Bundesstaat am kommenden Samstag gewählt wird, verteidigte das Vorgehen der Behörden gegen die Kritik, nicht schnell genug reagiert zu haben. Es sei nicht sinnvoll, die Strände zu reinigen, bis nicht alles Öl angespült worden sei. Anderenfalls würde bei jeder Reinigungsaktion eine neue Sandschicht von den durch die Wirbelstürme bereits erodierten Stränden abgetragen, sagte Bligh.

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