Die SPÖ verteidigt nach wie vor den geplanten Bau der Müllverbrennungsanlage: "Günstige Energie stärkt die wirtschaftlichen Chancen im Bezirk Jennersdorf und sichert Arbeitsplätze. Diese Grundsatzfrage wird von den Grünen sträflich vernachlässigt", erklärte Landtagsabgeordneter Willi Stacherl.
Dennoch formiert sich breiter Widerstand. In Eisenstadt protestierten vor zwei Wochen Greenpeace-Aktivisten gegen das Projekt, auch die Bürgerinitiative gegen Abfallschweinerei (BIGAS) versucht das Vorhaben zu verhindern.
"Müll-Spirale" setzt sich in Gang
Die Müll-Kapazitäten im Burgenland reichen jedenfalls mit 60.000 Tonnen pro Jahr nicht aus, um die geplante Anlage mit einer maximalen Kapazität von 325.000 Tonnnen pro Jahr auszulasten. Müll-Kapazitäten seien nach Ansicht von Experten noch in Ungarn oder Rumänien vorhanden: "Das Problem an diesem Müll ist, dass er nicht vorbehandelt ist", sagte Krojer. Daher kann der Abfall nicht direkt in den "Schmelzofen" in Heiligenkreuz wandern, sondern muss vorbehandelt werden - in der Müllsortierungsanlage Divitec in Oberpullendorf, befürchten jedenfalls die Grünen.
"Tausende Jobs in Gefahr"
Wenn in Oberpullendorf mehr Müll verarbeitet werde, würden sich auch die Mengen für die Nachrotte in Großhöflein steigern, argumentierte Krojer: "Was da entsteht, ist eigentlich ein Mülltorismus der Sonderklasse." Damit werde in Kauf genommen, dass in sensiblen Regionen wie dem Mittel- und Südburgenland "eigentlich Hunderte, wenn nicht Tausende" Arbeitsplätze im Tourismusbereich gefährdet seien.
Die Grünen wollen deshalb für die Landtagssitzung am Donnerstag auch eine Aktuelle Stunde zu dem Thema beantragen.
Symbolfoto
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.