Piloten irregeleitet

Defekter Höhenmesser an Flugzeugabsturz schuld

Ausland
04.03.2009 16:50
Ein defekter Höhenmesser hat das Flugzeugunglück mit neun Toten in der Nähe des Amsterdamer Flughafens Schipohl ausgelöst. Auf einer Flughöhe von 700 Metern habe der linke Höhenmesser minus drei Meter angezeigt und den Auto-Piloten irregeleitet, sagte der Chef der niederländischen Sicherheitsbehörde, Pieter Van Vollenhoven, am Mittwoch in Den Haag. Die Piloten der Turkish-Airline-Maschine hätten darauf aber zu spät reagiert.

Die Fehlanzeige des Höhenmeters habe sich auf das automatische Schubsystem des bei der Landung eingeschalteten Auto-Piloten ausgewirkt, sagte Vollenhoven nach der Auswertung des Stimmenrekorders und der Black Box der Boeing 737-800. Das Flugzeug habe deshalb im Sinkflug so reagiert, als wäre es nur noch ein paar Meter über dem Boden und den Schub auf ein Minimum reduziert.

Vollgas kam zu spät
Laut den Aufzeichnungen des Stimmenrekorders seien die drei bei dem Unglück getöteten Piloten auf den Defekt des Höhenmessers aufmerksam gemacht worden, hätten darin jedoch zunächst kein Problem gesehen, sagte Vollenhoven. Die Black Box zeige jedoch, dass nach der Schubreduzierung dann sofort Vollgas gegeben worden sei. Das Flugzeug sei zu diesem Zeitpunkt jedoch schon zu tief geflogen, um noch einmal durchstarten zu können und sei daraufhin einen Kilometer vor der Landebahn aufgeprallt.

Ähnliche Probleme breits in der Vergangenheit
Der Untersuchung zufolge waren ähnliche Probleme mit dem Höhenmesser in der Vergangenheit bereits zweimal bei der Maschine der Turkish Airline aufgetreten. Vollenhoven forderte den US-Flugzeugbauer Boeing auf, sich der Risiken des Autopiloten bei einem defekten Höhenmesser anzunehmen. Eine Anfrage, ob das Problem auch während des Fluges auftreten könnte, sei an Boeing gerichtet worden.

Unglück mit neun Todesopfern
Die Maschine auf dem Flug von Istanbul nach Amsterdam mit fast 130 Passagieren und sieben Besatzungsmitgliedern an Bord war vor einer Woche auf einem Feld in der Nähe des Flughafens abgestürzt und in drei große Teile zerbrochen. Dabei kamen neun Menschen ums Leben. 28 der insgesamt 86 Verletzten befanden sich am Mittwoch noch im Krankenhaus.

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