Aus für "Pianisten"
Italiens Parlament geht gegen Doppelwähler vor
Ausland
04.03.2009 12:58
In Italien werden sie ironisch als "Pianisten" bezeichnet: Parlamentarier, die bei Abstimmungen für fehlende Kollegen mitwählen. Dazu reicht im italienischen Parlament ein Knopfdruck. Mit der einen Hand votieren die Politiker an ihrem eigenen Platz, mit der anderen langen sie zum Knopf ihres daheimgebliebenen Nebenmannes hinüber - fast so, als würden sie zweihändig Klavier spielen. Gegen dieses unzulässige Verhalten will die Abgeordnetenkammer jetzt eine Digitalisierung der Fingerabdrücke der Parlamentarier durchführen, um dem weit verbreiteten Missbrauch bei Abstimmungen den Riegel vorzuschieben.
Diese Maßnahme hat jedoch heftigen Protest in Rom ausgelöst. Erst etwa 400 der insgesamt 630 Abgeordneten haben ihre Fingerabdrücke abgeliefert. Mehr als 200 Abgeordnete verweigerten sich einer Digitalisierung ihrer Fingerabdrücke.
Parlamentspräsident Gianfranco Fini verurteilte das Doppelwählen als "unmoralisch" und lobte die "Transparenz" des neuen Systems. Doch einige Abgeordnete halten die künftigen Kontrollen für nicht akzeptabel. "Mit solchen Methoden tut man der Würde der Volksvertreter Gewalt an", sagte der Abgeordnete Paolo Guzzanti.
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrowAbspielen
closeSchließen
expand_moreAufklappen
Loading...
replay_10Vorige 10 Sekunden
skip_previousZum Vorigen Wechseln
play_arrowAbspielen
skip_nextZum Nächsten Wechseln
forward_10Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
04.03.2009 12:58
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.