Viele Fragen offen

Die Post schließt in Kärnten 30 Filialen

Kärnten
03.03.2009 10:39
Die Österreichische Post schließt voraussichtlich 293 Filialen - 30 davon in Kärnten. Als Ersatz für geschlossenen Ämter sollen bundesweit 450 Postservice-Partner entstehen. Diese sucht das Unternehmen derzeit gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich. In 150 Gemeinden sollen demnach zusätzliche Postpartner gewonnen werden. Kritik ernten die Einsparungspläne der Post nicht nur von der Gewerkschaft, sondern auch von der Kärntner Politik.

Ihre neue Struktur, die als Vorbereitung für die Liberalisierung im Jahr 2011 gilt, will die Post nun mit Inseraten und direkten Informationen an die Haushalte in allen betroffenen Gemeinden bewerben. Die Mitarbeiter in den geschlossenen Filialen sollen "weiter Beschäftigte der Österreichischen Post bleiben", heißt es in der Information des Unternehmens. 

Probleme im Postpartner-Konzept befürchtet
In Österreich gibt es rund 6.000 Lebensmittel-Einzelhändler, darunter finden sich aber auch die Filialen von Großkonzernen wie Billa, die kein Post-Partner sind. Der Haken beim Partner-Konzept: Schließt ein Greißler, ist auch der Postpartner weg. Und dass dann, wenn keine Alternative gefunden wird, das Postamt wieder aufsperrt, gilt bei Marktbeobachtern als mehr als unwahrscheinlich. 

Regierung verlangt "kreative Konzepte"
Die für die flächendeckende Versorgung zuständige Verkehrsministerin Doris Bures stellte am Montag klar, dass sie vom Management "kreative Konzepte" verlangt. Fakt ist: Die Regierung kann bei derzeitiger Gesetzeslage der Post AG nicht vorschreiben, wie viele Ämter sie offen zu halten hat. Sie kann lediglich die Qualitätsstandards für die Versorgung vorgeben. Von wem die Post diese Standards erfüllen lässt, bleibt ihr überlassen.

Kritik vom BZÖ
Die Sparpläne der Post haben in Kärnten am Dienstag heftige Proteste ausgelöst. Landeshauptmann Gerhard Dörfler und BZÖ-Chef Uwe Scheuch forderten von Infrastrukturministerin einen Stopp der Postamtsschließungen. Bundeskanzler Faymann habe mit seinem Schließungsstopp für sechs Monate die ganze Angelegenheit lediglich über den Wahltermin in Salzburg und Kärnten hinaus verzögern wollen, so Scheuch. Dörfler fordert ein neues Postmarktgesetz, mit dem der versprochene Erhalt der Postämter sichergestellt werde.

SPÖ: Postpartner seien kein Ersatz für Ämter
SPÖ-Vorsitzender Reinhart Rohr verlangte die Einhaltung der Vereinbarungen des "Postgipfels" vom vergangenen November. Damals habe die Post zugesichert, bis Jahresmitte 2009 werde es zu keinen Schließungen kommen. Bezüglich der versprochenen Postpartner, welche an die Stelle geschlossener Ämter treten sollen, zeigte sich Rohr "sehr skeptisch". Diese seien jedenfalls kein Ersatz für die "soziale Institution Postamt, das liegt auf der Hand".

Auch Kärntens oberster Postgewerkschafter, Helmut Omotta, kündigte am Dienstag groß angelegten Streiks an. "Es wird einen Streik geben, wie es ihn in Kärnten noch nie gegeben hat", so Omotta. 

Eine Liste aller von der Schließung bedrohten Postämter sowie der neu entstehenden Postpartner findest du in der Infobox.

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