Rolle im Schatten

Thomas Morgenstern läuft Höchstform hinterher

Kärnten
24.01.2009 13:37
Ein fünfter Zwischenrang im Weltcup-Gesamtklassement ist keinesfalls schlecht. Doch für einen Doppel-Olympiasieger und Weltcup-Titelverteidiger sind die Maßstäbe doch andere. Thomas Morgenstern, der nach einer kurzen Auszeit im Whistler Olympic Park wieder in den Weltcup zurückgekehrt ist, läuft in der WM-Saison seiner Topform noch hinterher und hat bisher noch keinen Platz auf dem Podest erreicht.

Der 22-jährige Kärntner muss gar mit einer neuen Rolle klarkommen, denn er steht zweifellos bisher im Schatten seiner überragenden Teamkollegen Gregor Schlierenzauer und Wolfgang Loitzl, die zuletzt sieben Siege in Folge und heuer insgesamt bereits neun Tagessiege gefeiert haben. 

"Muss mich von hinten herankämpfen"
"Einfach ist die Situation natürlich jetzt nicht. Aber ich bin auch sehr oft ganz vorne gestanden und im Vordergrund gewesen. Es ist einfach eine andere Aufgabe momentan, ich muss mich von hinten wieder herankämpfen", meinte Morgenstern. Die Tatsache, dass die stärksten Konkurrenten aus dem eigenem Team kommen, habe auch Vorteile. "Man hat nicht so einen medialen Druck und man kann sich an den eigenen Teamkollegen orientieren. Ich möchte mich wieder heranarbeiten, und dort hinkommen, wo ich war."

Kleinigkeiten fehlen noch
Es ist nicht so viel, was ihm fehlt. "Es sind Kleinigkeiten, die am Tisch passieren, sagen wir zwischen den ersten drei Metern vor dem Tisch und den ersten zehn Metern nach dem Tisch." Manchmal funktioniere es auch, aber dies sei zu wenig, wenn die Selbstverständlichkeit, das Selbstvertrauen und die Motivation nicht da ist. "Es ist sauschwierig. Vor allem, wenn du bei jedem Sprung fünf bis zehn Meter hinter den Weitesten bist. Das deprimiert schon ein bisserl, aber es ist auch ein Zeichen, dass man noch weiterarbeiten muss."

Morgenstern momentan in Verfolgerrolle
Er sei nun eben in der Verfolgerrolle, jenes Athleten, der aufholen müsse. "Und der, der es aufholt, ist nachher irgendwann noch besser", hofft er. Im Hinblick auf die WM in Liberec ist er jedenfalls nicht nervös. "Ich habe nichts zu verlieren bei der WM. Ich habe mein großes Ziel festgelegt und das Ziel ist da, damit ich es erreiche. Ich setze mir gerne so große Ziele, weil, was hilft es mir, wenn ich sage, ich fahre zur WM und schau einmal. Erstens glaubt es mir keiner, zweitens glaube ich es mir selber nicht und drittens mit der Vorgeschichte Olympiasieg, Weltcupgesamtsieg und Bronze-Medaille bei der WM in Sapporo, da sind natürlich die Zielsetzungen anders."

Hohe Ziele für 2010
Auch nächstes Jahr hat der Triple-Team-Weltmeister wieder hohe Ziele. Nach den ersten drei Sprüngen auf dem Olympiabakken 2010 in Whistler hat Morgenstern schon Lunte gerochen. Die Schanze taugt ihm, er hat das Gefühl dafür. Und daher freut er sich schon jetzt auf das Großereignis im Februar 2010. "Ohne Druck vor allem. Ich habe das schon erreicht, ich brauche das nicht beweisen oder nichts verteidigen. Ich kann wirklich nächstes Jahr herfahren und die Olympischen Spiele genießen."

Besonders freut er sich auf die Normalschanze. "Die schaut richtig lässig aus, gefällt mir sehr gut. Das wäre auch ein großes Ziel, es muss ja nicht unbedingt auf der großen sein", liebäugelt er mit der ihm noch fehlenden Olympia-Goldmedaille vom kleineren Bakken.

"Zeit läuft mir nicht davon"
Inspiration, aus seiner kleinen Formkrise zu finden, kann er sich im eigenen Team vom Erfolgslauf von Wolfgang Loitzl holen. "Ich finde es schön, dass er es in dem "Alter" erreicht hat und es zeigt auch mir und jedem, wenn er mal in einem kurzen Loch drinnen ist, dass man einfach weiterarbeiten muss und nicht alles in einem Jahr zerreißen muss." Sollte es bei den Titelkämpfen in Liberec mit dem ersten Einzel-WM-Gold nicht funktionieren, dann eben in zwei oder vier Jahren. "Die Zeit läuft mir nicht davon. Ich habe die zwei größten Sachen für mich persönlich erreicht."

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