"Was uns wirklich überrascht hat, ist die Lebensvielfalt in dieser Tiefe", sagte Ron Thresher vom staatlichen australischen Forschungsinstitut CSIRO. "Wir wussten absolut nicht, was uns erwartet - es hätte kahler Schlamm sein können oder eben üppiges Leben."
Das Team aus australischen und amerikanischen Biologen und Tiefseeforschern hatte einen ferngesteuerten Roboter von der Größe eines Kleinwagens in den Graben gelenkt. Das Gerät nahm Fotos und Videos auf und brachte Proben mit an die Oberfläche. Auf den Fotos sahen die Biologen zu ihrer Überraschung in 3.000 Metern Tiefe tausende 30 Zentimeter große Spinnen, die mit ihren Artgenossen an Land aber nicht verwandt sind.
Auf 3.500 Metern breitete sich ein riesiger Anemonen-Teppich aus. Mehrere Millionen Pflanzen mit lilafarbenen Punkten wurden sichtbar, die für die Forscher ebenfalls neu sind. Sie entdeckten neben anderen neuen Arten auch 50 Zentimeter große Seescheiden, die Fische einfingen. Seescheiden filtern normalerweise nur Nahrung aus Meereswasser.
Nach Angaben von Thresher hatten die Forscher gehofft, mehr als hunderttausend Jahre alte Korallenfossile zu finden. Daran wollten die Biologen Klima- und Ozeanveränderungen erforschen. Sie fanden entgegen den Erwartungen aber nur vereinzelte, vermutlich rund 10.000 Jahre alte Stücke. "Sie sehen wirklich seltsam aus", sagte Thresher. "Da unten muss chemisch etwas Seltsames vor sich gehen."
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