Hilfe vom Staat

Erneut Milliardenspritze für Bank of America

Ausland
16.01.2009 14:24
Die Bank of America braucht wegen der Übernahme der Investmentbank Merrill Lynch eine weitere Kapitalspritze der US-Regierung. In einer Marathonsitzung einigten sich beide Seiten Freitag früh auf ein zweites Hilfspaket, das 20 Milliarden Dollar (15,3 Milliarden Euro) frisches Kapital plus Garantien für bis zu 118 Milliarden Dollar aus problematischen Anlagen umfasst. Wenig später gab das Institut, das in der Vergangenheit bereits 25 Milliarden Dollar aus dem 700 Milliarden Dollar umfassenden Rettungsfonds der US-Regierung erhalten hat, für das vierte Quartal einen Verlust von 2,39 Milliarden Dollar bekannt.

Als Gründe für den Verlust nannte Bank of America steigende Kreditkosten, signifikante Abschreibungen sowie Handelsverluste im Kapitalmarktgeschäft. Die im September übernommene Investmentbank Merrill Lynch wies ein Minus von 15,3 Milliarden Dollar aus.

Problematische Anlagen liegen bei Merrill Lynch
Die Bank of America kann mit der Unterstützung die Kosten ihres Erwerbs von Merrill Lynch bewältigen. Das Institut erklärte, die Finanzspritze erlaube es ihm, seine Geschäfte so normal wie möglich fortzuführen. Der größte Teil der 118 Milliarden problematischer Anlagen liege bei Merrill Lynch. 

Die zweite Hälfte des 700-Milliarden-Dollar-Rettungsfonds war am Donnerstag vom Kongress freigegeben worden und wird damit dem am Dienstag sein Amt antretenden neuen US-Präsidenten Barack Obama zur Verfügung stehen. Die ersten 350 Milliarden Dollar wurden von der Regierung des scheidenden Präsidenten George W. Bush seit der Einrichtung des Fonds am 3. Oktober bereits vergeben.

Im Gesamtjahr erzielte Bank of Amerika, die bisher verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen war, immerhin noch einen Gewinn von 2,56 Milliarden Dollar nach Abzug von Vorzugsdividenden. 2007 waren es allerdings 14,80 Milliarden Dollar gewesen.

Bank of America hatte die strauchelnde Investmentbank Merrill Lynch für 50 Milliarden Dollar übernommen. Bei der Bank of America sollen nach bisherigen Planungen wegen der Übernahme in den nächsten drei Jahren 30.000 bis 35.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Einschließlich Merrill Lynch hat die Bank of America etwa 308.000 Beschäftigte.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
16.01.2009 14:24
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung