Große Zitterpartie

St. Jakob im Defereggental ist absoluter Kältepol

Kärnten
09.01.2009 20:07
Die große Zitterpartie hält an! Kalte Kontinentalluft aus Osteuropa lässt Teile Österreichs nach wie vor komplett zufrieren. Absoluter Temperatur-Tiefpunkt am Freitag war das Osttiroler St. Jakob im Defereggental. Dort sank das Thermometer in der Früh auf minus 24 Grad. Ein "Krone"-Lokalaugenschein in der Frost-Gemeinde.

Selbst die Moskauer haben es - mit minus 12 Grad - wärmer als die Menschen im Ostiroler Defereggental. Scharf wie Tausende kleiner Rasierklingen ist der Wind, der durch die Gassen pfeift, Eiszapfen so groß wie Stalaktiten hängen von Dächern, Fassaden und Bäumen. Das Leben ist eingefroren, spielt sich in den Stuben und Büros ab. Wer die Kälte draußen problemlos übersteht, hat alle Voraussetzungen für eine Expedition nach Grönland. 

Aktuelle Kälte-Bilder aus Osttirol findest du in der Infobox! 

Eiskratzer ist immer dabei
Robert Wieser vom Tourismusamt ist diese Temperaturen gewohnt. "Ich vergesse sogar den Eiskratzer und muss dann eine CD-Hülle verwenden." Sein Wagen ist sofort angesprungen: "Aber die Urlauber-Autos brauchten pausenlos Starthilfe. Naja, die sind es nicht gewohnt und stehen auch viele Tage." 

ÖAMTC im Dauereinsatz
"Wir hatten so viele Einsätze wie noch nie", weiß Ronald Kaplenig vom ÖAMTC - "insgesamt 240 seit vergangenem Samstag. Wir mussten zusätzliche Leute beschäftigen." 

Die St. Jakober stehen die Kälte durch. An dieser ist übrigens die Lage im Talkessel schuld und der nahe Fluss. "Außerdem", weiß Bürgermeister Hubert Jesacher: "Wir sehen im Winter drei Monate keine Sonne. Da frierts leicht." 

Eisläufer erfreut über die Kälte
Während die Osttiroler zittern und frieren, treibt es trotz der Kälte viele Eisläufer auf Kärntens Seen. Denn mit jedem Tag wird die Eisschicht dicker. Das Eislaufen war bisher auf dem Weißensee, dem Presseger See und dem Aichwaldsee offiziell erlaubt. Mittlerweile können Kufenflitzer aber auch auf dem Brenn- und Afritzer See, dem Turnersee und dem Hörzendorfer See ihre Runden ziehen. Das Gemeindebad in Wernberg wird dann am Samstag für alle Kufenflitzer freigegeben werden. Bei den anderen Gewässern, die vom Verein betreut werden, ist das Eis noch nicht dick genug. 

Kein Eislaufen am Wörthersee
Die Hoffnung, dass dieses Jahr auch auf dem Wörthersee eisgelaufen werden kann, zerstreut allerdings Meteorologe Christian Stefan: "Dafür hätte es im Dezember mehr Frosttage geben müssen." 

Auch mit der klirrenden Kälte wird es in Kärnten bald vorbei sein. "Schon am Wochenende wird es auf den Bergen wärmer werden", erklärt der Meteorologe. Mit Mitte der Woche wird das Quecksilber in den Thermometern wieder auf etwa minus zwei Grad steigen. "Tagsüber könnte es sogar leichte Plusgrade geben", so Stefan. Der Sonnenschein wird Kärnten bis zum Ende der kommenden Woche erhalten bleiben. 

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