Geld her!

Darauf achtet die Bank bei der Kreditvergabe

Wirtschaft
23.01.2009 13:40
Speziell wenn größere Anschaffungen ins Haus stehen, kann es oft vorkommen, dass diese nicht aus eigener Tasche bezahlt werden können: ein Auto, neue Möbel oder gar ein Haus? Ganz egal, eine Finanzierung muss her. Doch gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise ist das nicht so einfach. Denn die Banken sind vorsichtig geworden. Hier erfährst du, was du beachten solltest, um kreditwürdig zu erscheinen.

Durch die Ereignisse der letzten Monate, ist es für Verbraucher zunehmend schwieriger geworden, Kredite mit guten Konditionen zu erhalten. Denn Banken prüfen nun noch genauer, wer sich einen Kredit leisten kann. Hast du also vor, dir in nächster Zeit Geld auszuborgen, dann solltest du einige Punkte bereits im Vorfeld berücksichtigen, um bei der Bank in einem guten Licht zu erscheinen und bessere Konditionen, wie z.B. niedrigere Zinsen, zu erhalten. 

Einnahmen & Ausgaben
Ein sehr wichtiges Kriterium ist die Frage deiner Berufstätigkeit. Bist du fest angestellt und verfügst du über ein geregeltes Einkommen, dann hast du einen ersten Pluspunkt. Bei der Einreichung um einen Kredit musst du üblicherweise drei Gehaltsnachweise beibringen, die auch von der Bank beim Arbeitgeber überprüft werden. Ein lückenloser Lebenslauf kann ebenfalls dabei helfen, die Bank günstig zu stimmen.

Weiters sollte deine Kontoführung geregelt sein und sich mehrheitlich im Plus befinden. Das zeigt, dass du deine Kosten fest im Griff hast und mit deinem Geld gut umgehen kannst. Dazu trägt auch bei, wenn du von dir aus ein so genanntes Haushaltsbudget vorlegen kannst, das heißt, eine Übersicht deiner Einnahmen und Ausgaben, die jedes Monat anfallen. Du solltest auf jeden Fall einen frei verfügbaren Betrag pro Monat vorweisen können, der in die Finanzierung fließen kann. Bestehende Kredite oder Schulden bei Versandhausunternehmen wirken sich dagegen negativ aus. 

Die richtige Vorbereitung
Auch ist es gut, Ersparnisse vorweisen zu können. Das hat gleich mehrere Effekte: Auf der einen Seite sieht die Bank, dass du in der Lage bist zu sparen und regelmäßig Beträge auf die Seite zu legen. Du zeigst damit praktisch, dass du bereits für eine Finanzierung geübt hast. Auf der anderen Seite steigt auch deine Bonität bei der Bank, da mehr Sicherheit vorhanden ist. Und je nachdem, ob du dich entscheidest, diese Ersparnisse dafür zu verwenden, eine geringere Summe aufzunehmen, wird auch die Finanzierung günstiger. Denn borgst du dir weniger aus, musst du klarerweise auch weniger zurückzahlen. Bei großen Finanzierungsprojekten verlangt die Bank meist zwischen 20 und 30 Prozent der Darlehenssumme als Eigenmittel, die mit eingebracht werden müssen. Bei 100.000 Euro solltest du daher 20.000 Euro mindestens bereits angespart haben. 

Weiters ist es für die Bank von größter Bedeutung, Sicherheiten für den ausgeliehenen Betrag zu bekommen, das heißt, Vermögenswerte, die im Falle deiner Zahlungsunfähigkeit zu Geld gemacht werden können. Dazu zählen beispielsweise Grundstücke, Wohnobjekte, Lebensversicherungen oder eben Ersparnisse. Je mehr hier für die Bank vorhanden ist, desto besser werden deine Konditionen, da sie für den Fall, dass du den Kredit nicht mehr bezahlen kannst, darauf zurückgreifen kann. Auch können Bürgen als Sicherheit eingebracht werden. Diese müssen aber ebenfalls über eine gute Bonität verfügen, um akzeptiert zu werden.

Je mehr Information, desto besser
Auch eine gute Vorbereitung hilft dabei, den Banker günstig zu stimmen. Hast du beispielsweise vor, eine Wohnung zu kaufen, so solltest du gleich Angaben zum Objekt parat haben, ebenso bei Renovierungsmaßnahmen oder anderen Anschaffungen. Denn je klarer das Bild ist, das sich dein Betreuer machen kann, desto schneller erhältst du die gewünschten Informationen. 

Privatsache?
Weiters sieht sich die Bank auch deine scheinbar privaten Lebensumstände sehr genau an: Bist du geschieden oder in einer intakten Beziehung, bestenfalls sogar in einer Ehe? Hast du Kinder? Wie oft bist du umgezogen? Wie oft wechselst du deinen Job? Je unsteter dein Lebenswandel der Bank erscheint, desto schlechter die Konditionen. 

Von all diesen Voraussetzungen ist es abhängig, zu welchen Bedingungen dein Antrag angenommen wird. Das kannst du beispielsweise am eingerechneten Aufschlag, der so genannten Marge ablesen: Liegt diese deutlich über 1,5 Prozent, kannst du davon ausgehen, dass deine Bonität schlechter eingeschätzt wurde. Solltest du mehrere Angebote eingeholt haben, vergleiche den Effektivzinssatz, da dieser auch alle Spesen und Gebühren berücksichtigt. Auch an der Art der Finanzierung lässt sich deine Einschätzung durch die Bank erkennen – wird in Euro finanziert oder könntest du auch eine günstigere, dafür mit mehr Risiko behaftete Fremdwährungsfinanzierung bekommen? Generell solltest du dich genau beraten lassen, welche Finanzierungsvariante deine Vorstellungen von Sicherheit und Flexibilität berücksichtigt.

Ebenso solltest du beachten, dass alle Angebote, die du am Schalter erhältst, zunächst unverbindlich sind, da der Mitarbeiter in der Filiale über die Bewilligung nicht entscheiden darf. Erst bei der tatsächlichen Einreichung wird klar, ob du den Kredit auch wirklich bewilligt bekommst. Je besser die Vorbereitung und dein Selbstmarketing, desto größer deine Chancen.
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