Auf Jobsuche

So liest du Stellenanzeigen richtig

Wirtschaft
07.01.2009 12:32
Sich auf die Suche nach einem neuen Job zu begeben, ist wahrlich nicht einfach. Schließlich wartet eine immense Flut an Stellenanzeigen darauf, durchforstet zu werden. Dabei genau die richtigen Jobausschreibungen zu finden, bedeutet eine ganze Menge Arbeit. Denn auch hier gibt es jede Menge Codes und Verschlüsselungen, die bereits bei der ersten Betrachtung Rückschlüsse zulassen, ob eine Bewerbung überhaupt Sinn macht. Hier erfährst du, wie du Stellenanzeigen effizient liest und so deinen Traumjob findest.

Anforderungsprofil erstellen
Der erste Schritt sollte sein, dass du dir über deine Qualifikationen im Klaren bist. Aktualisiere deinen Lebenslauf, und halte fest, was du alles zu bieten hast. Dabei wird dir vermutlich auffallen, dass dir gewisse Aufgabenbereiche eher liegen als andere. Und das ist auch gut so, denn so definierst du den Kernbereich deiner zukünftigen Position. Wenn du ein Bild von deinen Fähigkeiten und Fertigkeiten gewonnen hast, solltest du davon ausgehend eine Liste an Stellenbezeichnungen erstellen, in denen du dir vorstellen kannst zu arbeiten. Dabei kann es auch helfen, bereits einen ersten Blick in Stellenausschreibungen zu werfen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Positionen derzeit ausgeschrieben sind. So kommst du möglicherweise auf neue Ideen, was du alles tun könntest und was zu dir passen würde. Mache dir weiters Gedanken über deinen gewünschten Dienstort, Gehalt und Art des Dienstverhältnisses, denn auch dadurch kannst du deine Suche weiter einschränken.

Mit der Suche beginnen
Du solltest nun ein ziemlich klares Gefühl dafür haben, wonach du suchen willst. So hast du automatisch einen Filter über die Suche gelegt, und musst nun nicht mehr nach Masse gehen, sondern kannst es dir erlauben, nur noch solche Stellenanzeigen zu betrachten, bei denen deine Qualifikationen passen und du auch eine Chance hast, in die nähere Auswahl zu kommen. Innerhalb deiner Auswahlkriterien solltest du dann so breit wie möglich suchen. Beschränke dich nicht auf Unternehmen mit bekannten Namen, sondern suche auch bei kleineren und mittleren Unternehmen – denn auch hier ergeben sich oft tolle Jobchancen. 

Nicht abschrecken lassen
Wichtig bei der Suche ist, dass du dich nicht von scheinbar zu hohen Anforderungen abschrecken lässt. Denn bei vielen Stellenanzeigen könnte man das Gefühl bekommen, dass optimalerweise ein 25-jähriger Akademiker mit zehn Jahren Berufserfahrung gesucht wird, der ein teamfähiger Einzelkämpfer mit kreativ-analytischen Fähigkeiten ist, und noch dazu am besten gratis arbeiten würde. Dass es so einen Mitarbeiter nicht gibt, ist jedem Personalchef klar. Doch die Stellenanzeige ist ein bisschen so, wie der Brief ans Christkind. Natürlich schreibt man etwas mehr auf, als man sich wirklich erwartet zu bekommen. Es gibt gewisse Kriterien, die ein Bewerber erfüllen muss und die sich meist in einer Art Anforderungsprofil aufgelistet finden. Diese musst du mitbringen, um in die engere Auswahl zu kommen. Hier gilt wiederum, dass die wichtigsten Eigenschaften an den ersten Stellen stehen, während die weniger wichtigen Punkte sich eher gegen Ende finden. 

Weitere wünschenswerte Fähigkeiten oder Erfahrungen sind auch als solche gekennzeichnet. Meist finden sie sich unter der Einleitung „Des Weiteren…“ oder „Verfügen Sie zusätzlich über…“. Diese Kriterien sind kein Muss, du kannst somit durch geschickte Argumentation deren Fehlen erklären bzw. verdeutlichen, wie du das wettmachen möchtest. 

Oft werden Stellenanzeigen von Personalvermittlungs-Agenturen geschalten. Du kennst daher nur die Branche des Unternehmens, und die ausgeschriebene Stelle. Meist ist in der Einleitung beschrieben, was das Unternehmen auszeichnet, wo es tätig ist, und was von den Mitarbeitern erwartet wird. So kannst du dir ein erstes Bild verschaffen, ob du dich mit dem Unternehmen identifizieren kannst. Auch die Art und Weise wie eine Stellenanzeige geschrieben ist, sagt viel über die Firma und ihre Philosophie aus. Ein sachlicher und nüchterner Ton steht meist für eine Firma, in der auch entsprechend sachlich gearbeitet wird. Firmen der Kreativbranche pflegen schon in der Stellenanzeige entsprechend umgänglich und locker zu formulieren, damit dadurch auch wirklich jene Bewerber angesprochen werden, die sich in das Stellenbild einfügen wollen. 

Übergang zur schriftlichen Bewerbung
Wenn du dich mit etwa zwei Dritteln der Anzeige identifizieren kannst, dann solltest du dich bewerben. Achte darauf, in deiner Bewerbung Punkte aus der Stellenanzeige aufzugreifen, und zu erklären, warum diese auf dich zutreffen bzw. du diese Anforderung erfüllen kannst. So zeigst du Engagement und stichst dem Personalberater direkt ins Auge.

Mehr Tipps zum Thema Bewerbung und Lebenslauf findest du in der Infobox. 

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