AMS warnt

Zahl der Kündigungen steigt extrem an

Kärnten
27.11.2008 10:03
Die Zahl der beim Arbeitsmarktservice (AMS) Kärnten zur Kündigung angemeldeten Beschäftigten steigt derzeit pro Woche um einige 100 Betroffene. AMS-Geschäftsführer Josef Sibitz bezifferte die aktuelle Zahl am Mittwoch mit 1.300, eine Woche davor waren es noch knapp unter 1.000 gewesen. Das Gemeindereferat des Landes Kärnten hat aufgrund der trüben Aussichten seine seit 2006 laufende Beschäftigungsinitiative für Langzeitarbeitslose kräftig aufgestockt.

Laut Sibitz ist der Sektor der Leiharbeit von den Entlassungen am stärksten betroffen, allein in diesem Bereich sind 800 Kündigungen angemeldet. Weitere Sorgenkinder sind die Autozulieferer und der Bereich Mikroelektronik. Die Arbeitslosenquote lag im Oktober bei 7,1 Prozent (16.082 beim AMS gemeldete Arbeitslose), das sind um 5,1 Prozentpunkte mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Arbeitslose sollen in Gemeinden unterkommen
Landeshauptmann-Stellvertreter Reinhard Rohr kündigte an, dass man die Kooperation von Gemeindereferat, Kommunen und dem AMS im kommenden Jahr intensivieren werde. Wurden seit 2006 jährlich 100 Langzeitarbeitslose von Gemeinden für sechs Monate befristet eingestellt, sollen es 2009 200 sein. Die Kosten von rund zwei Millionen Euro teilen sich Land und AMS mit je 750.000 Euro, die Kommunen steuern 500.000 Euro bei. "Die Aktion ist unter anderem deshalb ein großer Erfolg, weil mehr als 50 Prozent dieser Menschen im Anschluss eine dauerhafte Beschäftigung gefunden haben", sagte Rohr.

Beschäftigungsoffensive
Zur Zeit sind in Kärnten 2.014 Menschen seit mehr als sechs Monaten ohne Job, 642 sogar bereits länger als ein Jahr. Innerhalb dieser Gruppe will man bei der Beschäftigungsoffensive vor allem ältere Frauen und Jugendliche ansprechen, wo es die größten Probleme gibt, sie am Arbeitsmarkt unterzubringen. Im vergangenen Jahr haben insgesamt 32 Kärntner Gemeinden von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, solche Arbeitskräfte aufzunehmen. "Teilweise gehen wir auf die Gemeinden zu, teilweise sprechen uns aber auch die Bürgermeister von sich aus an", erklärte Sibitz.

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