Ein Kunde ist tot

Asylant als Drogendealer angeklagt

Kärnten
10.11.2008 18:27
"No, man, it's not true - Alles nicht wahr!", jammert der Schwarzafrikaner, wenn ein Zeuge nach dem anderen bestätigt, dass er bei ihm Drogen gekauft hätte. Über ein Jahr lang soll der Nigerianer, der im Asylantenheim in Klagenfurt wohnte, die Szene mit Koks und sogar tödlichen "Speedballs" versorgt haben.
Der 25-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt für die Justiz: Er möchte zwar in Österreich leben - aber mit den Gesetzen nimmt er es nicht so genau. Dass er allerdings ein großer Drogendealer sei, das bestreitet er entschieden. Nur hie und da habe er etwas Stoff von einem Osteuropäer erhalten und weiterverkauft.

Mittels SMS Drogen bestellt
"Er war regelmäßiger Lieferant", schildern dagegen Zeugen. "Wenn einer Cannabis oder Koks gebraucht hat, dann hat er Peter, wie sein Spitzname lautete, eine SMS geschickt. Eineinhalb Stunden später wurde geliefert." Die Rauschgiftverkäufe fanden meist in St. Ruprecht statt - beim Südpark oder am Sportplatz, nachts, heimlich, aus dem Auto heraus. 

Einer der Kunden ist tot
Dieses Versteckspiel macht auch die Identifizierung der schwarzafrikanischen Händler schwer: "Also, schwören kann ich es nicht, dass er das immer war", gibt ein Kunde mit Blick auf "Peter" zu. Um alles genau abzuklären, vertagte Richter Manfred Herrnhofer. Denn für den Nigerianer geht es um fünf Jahre Gefängnis - immerhin ist einer seiner Kunden tot. Der Feldkirchner starb an einem tödlichen "Speedball-Mix" aus Kokain und Heroin.

von Kerstin Wassermann/Kärntner Krone
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