"Sparpaket"

55 Kärntner Postämtern droht die Schließung

Kärnten
10.11.2008 19:11
Nach einem der "Krone" vorliegenden Geheimpapier will die Post radikal einsparen. Österreichweit sollen 400 bis 1.000 Postämter geschlossen werden; 9.000 Postler verlieren ihren Job. Auch Kärnten ist davon betroffen. Bis zu 55 der derzeit 115 Postfilialen sollen bereits 2009 zugesperrt werden, weiß Post-Personalvertreter Helmut Omotta. Rund 200 Mitarbeiter verlieren den Job. Das ruft großen Widerstand hervor. Landeshauptmann Gerhard Dörfler fordert die Einberufung einer außerordentlichen Landeshauptleutekonferenz.

"Wenn es um ein österreichisches Traditionsunternehmen wie die Post, den Verlust von Tausenden Arbeitsplätzen und die Aushöhlung des ländlichen Raums durch eine Schließungswelle geht, dann wird Widerstand zur Pflicht", so Landeshauptmann Dörfler. Zur Landeshauptleutekonferenz soll auch Post-Chef Anton Wais und Post-Aufsichtsratschef Peter Michaelis eingeladen werden, "um endlich Klarheit darüber zu bekommen, was Sache ist, und um Rede und Antwort zu stehen".

Auch Bürgermeisterkonferenz einberufen
Zudem werde bereits kommende Woche eine Bürgermeisterkonferenz in Kärnten mit jenen Bürgermeistern stattfinden, deren Gemeinde laut Post-Personalvertretung von einer Postschließung betroffen sein soll, kündigt der Dörfler an.

Die Post AG will österreichweit ihre Postfilialen - so der Bericht, der der "Krone" vorliegt - bis 2015 auf 300 Filialen, sogenannte Zustellbasen, reduzieren. Mehr als 30 Briefverteilzentren sollen geschlossen werden; 9.000 der 25.800 Postler müssen gehen. Das Umbaukonzept gilt als mögliche Maßnahme der Post auf das Ende des Briefmonopols, das in den nächsten Jahren fallen soll.

55 Kärntner Filialen betroffen
"Nach dem Aus für 96 Postämter in den letzten sechs Jahren wird jetzt eine weitere große Schließungswelle folgen", so Post-Personalvertreter Helmut Omotta über die Lage in Kärnten. Los gehen soll es - so der Kärntner - bereits nächstes Jahr. "Mindestens 55 der noch verbleibenden 115 Filialen werden zugedreht." Rund 200 der derzeit 1.700 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs. "Aber ich bin mir sicher, das ist noch nicht alles", so Omotta. "Und die Politik schaut hilflos zu."

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