Krisensicher?

So sparst du in turbulenten Zeiten

Wirtschaft
06.11.2008 10:24
Die Finanzmärkte spielen verrückt, folgen keinerlei logischen Gesetzmäßigkeiten. Daher sind viele Sparer verunsichert und wissen nicht mehr, wohin mit ihrem Geld. Das hart Ersparte einfach nur unter den Kopfpolster zu legen, ist jedoch auch nicht das Wahre – schließlich sind die Zinsen hoch wie schon lange nicht mehr. Hier erfährst du, wie du auch in Zeiten wie diesen sicher sparen kannst.

Variante 1 – Geld aufs Sparbuch
Auf Nummer sicher kannst du gehen, indem du dein Geld ganz einfach auf ein klassisches Sparbuch legst. Zinssätze um fünf Prozent sind hier derzeit möglich. Dein Geld ist dabei durch die staatliche Einlagensicherung garantiert, das heißt, auch wenn deine Bank in finanzielle Schwierigkeiten geraten sollte, springt der Staat für dein Erspartes ein. Ebenso ist dein Geld in Bausparverträgen durch die Einlagensicherung gesichert – Bausparen ist somit eine höchst attraktive, längerfristige Sparform, bei der zudem ab 1.1.2009 die höchstmögliche prämienbegünstige Einzahlung von derzeit 1.000 Euro auf 1.200 Euro pro Person und Jahr angehoben wird. Auf deine Einzahlung bekommst du hier nämlich zusätzlich zu den Zinsen noch vier Prozent an staatlicher Prämie geschenkt. Ebenso kannst du für sehr langfristige Sparformen dein Geld auch in Versicherungen fließen lassen. Die sicherste, wenn auch nicht unbedingt ertragreichste Form ist dabei die klassische Er- und Ablebensversicherung, die derzeit Fixzinsen von 2,25 Prozent bringt. Generell gilt aktuell: Je länger der Zeitraum, für den du dir die Zinsen fix sichern kannst, desto besser.

Variante 2 – Investition in Anleihen
Auch Anleihen sind in turbulenten Zeiten eine gute Veranlagungsoption, allerdings nicht jede Anleihe. Bei einer Anleihe stellst du einem Unternehmen oder einem Staat dein Geld für eine gewisse, vorab fixierte Laufzeit zur Verfügung, und erhältst im Gegenzug dafür Zinsen. Dabei ist es wichtig, auf die Bonität der Institution zu achten, welche die Anleihe begibt. Während österreichische Staatsanleihen sehr sicher sind, wären argentinische oder derzeit auch isländische Staatsanleihen zwar sicher gut verzinst, das Risiko ist jedoch auch beträchtlich. Denn die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass du dein Geld nicht mehr wieder bekommst, weil der Schuldner pleite ist oder dass sich die der Anleihe zugrunde liegende Währung ungünstig entwickelt. Auch Anleihen von großen, österreichischen Banken sind als sicher einzustufen. Du solltest dir bei der Investition jedenfalls überlegen, wie lange du auf dein Geld verzichten kannst. Denn willst du während der Laufzeit aussteigen, wird die Anleihe über die Börse wieder verkauft, und es kann sein, dass du zu einem ungünstigen Kurs verkaufen musst. Wartest du das Laufzeitende ab, dann bekommst du 100 Prozent des eingesetzten Kapitals wieder zurück, zuzüglich der Zinsen. 

Variante 3 – Investition in Garantieprodukte
Viele Banken bieten derzeit so genannte Garantieprodukte bzw. Zertifikate an. Diese sind meist so aufgebaut, dass eine Kapitalgarantie integriert ist, das heißt, dass du zu Laufzeitende dein netto investiertes Kapital auf jeden Fall wieder zurückbekommst. Für Garantieprodukte haftet jedoch nicht der Staat, sondern ein Garantiegeber, meist in Form einer Bank. Das bedeutet, dein Geld ist gesichert, allerdings nur, wenn der Garantiegeber eine gute Bonität hat. Interessierst du dich für ein Garantieprodukt, dann lass dir auch erklären, wer der entsprechende Garantiegeber im Hintergrund ist. Neben einer Kapitalgarantie kann es auch eine so genannte Höchststandsgarantie geben. Dabei wird der Kurs der im Garantieprodukt enthaltenen Wertpapiere zu bestimmten Stichtagen zu einem gewissen Prozentsatz eingefroren. Unter diesen Wert kannst du dann nicht mehr zurückfallen, egal wie sich die Kurse bis zum Laufzeitende entwickeln. 

Weiters gibt es auch Garantieprodukte, die regelmäßig Zinsen schon während der Laufzeit ausschütten. Auch diese sind in Zeiten wie diesen als attraktiv einzustufen, da du schon während der Laufzeit Erträge bekommst. Achte jedoch darauf, dass ein Mindest-Zinssatz fixiert ist, und du nicht leer ausgehst. Zusätzlich solltest du das „Thema“ des Garantieproduktes beachten, wie z.B. Infrastruktur, Medizin, Energie etc., und dich erkundigen, wie Experten die Entwicklung dieses Bereichs sehen. Derzeit ist es so, dass die Märkte generell auf einem tiefen Niveau sind, und Garantieprodukte mit einer längeren Laufzeit daher mit einer guten Ausgangslage starten, da die Wahrscheinlichkeit, dass mit der Zeit wieder Gewinne erzielt werden können, groß ist. 

Variante 4 – Fondssparen

Keinesfalls solltest du im Moment Einmalerläge tätigen, weder in Fonds, geschweige denn in Einzeltitel. Die Märkte sind zu irrational um vorherzusehen, wie sich das Investment entwickeln wird. Besser ist es, wenn du regelmäßig monatlich in Fonds ansparst. Dabei kaufst du einmal bei einem höheren Kurs etwas weniger Anteile ein, dann wieder bei einem niedrigen Kurs etwas mehr Anteile. Dadurch kaufst du immer zum Durchschnittspreis und kannst die Kursschwankungen glätten und für dich nutzen. Je nach deinem Sicherheitsbedürfnis kannst du Fonds auswählen, die eher anleihen- oder aktienlastig sind. Besonders zu empfehlen sind Fonds mit einer aktiven Vermögensverwaltung im Hintergrund, bei denen der Fondsmanager in unterschiedliche Anlageklassen investieren kann: Geldmarkt (sparbuchähnliche Veranlagung mit kurzer Laufzeit), Anleihen, Aktien, Immobilien oder Rohstoffe. So kann auf jede Marktveränderung flexibel reagiert werden, und das Ergebnis für dich wird optimiert.


Variante 5 – Sachwerte

Wenn du dein Vermögen streuen möchtest, kannst du auch auf Immobilien und Gold zurückgreifen. Physische Immobilien sind eine gute Investition, denn Grund und Boden haben einen gewissen Wert. Allerdings kannst du eine Immobilieninvestition nicht schnell in Bargeld umwandeln. Auch bei Gold solltest du beachten, dass du zwar einen guten Wert kaufst, allerdings wird Gold an der Börse gehandelt und hat somit einen Kurs, der sehr schnell steigen, aber auch schnell wieder fallen kann. Es kann daher sein, dass du zu einem ungünstigen Kurs wieder verkaufen musst, wenn du schnell über dein Geld verfügen willst. Von daher sollte Gold auch als Beimischung gesehen werden, die du neben anderen Anlageformen verwendest.
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