Mi, 20. Juni 2018

Virtual Unreality

31.10.2003 16:25

Der Friedhof im Internet

Das Internet erobert jetzt endgültig die letzen Ecken des täglichen Lebens. Geburtsstatistiken, Fotos von Neugeborenen – alles keine Seltenheit mehr. Neu: Ab sofort wird auch der Toten im Internet gedacht. Und das ausgefallener, als einfach nur Kondolations-Ansagen...
So findet man zum Beispiel sogar in ÖsterreichHomepages, die sich mit allem rund um den Abschied von den Liebstenbefasst. www.begraebnis.at ist eine umfangreiche Linksammlung- man findet hier alles von "Allgemeinen Informationen" bis hinzu einem "Bestattungsunternehmer-Verzeichnis".
 
Unter www.netor.com kann man sich in ein virtuellesKondolenzbuch für die Opfer vom 11. September 2001 eintragen.Außerdem kann man Kerzen anzünden, sich Fotos seinerLiebsten anschauen - einfach 365 Tage im Jahr seinen verstorbenenFreunden und Verwandten nahe sein.
 
Die ausgefallenste, geschmackloseste und zugleicherfolgsversprechendste Idee kommt aber - natürlich - ausden USA. Die Internetseite www.forevernetwork.com bietet nochLebenden an, eine Filmbiographie über sie zu drehen. Diesewird dann auf DVD gebrannt und kann dann 24 Stunden am Tag, 365Tage im Jahr am Grabstein des Toten (so dieser einen Bildschirmund DVD-Player einbauen ließ) abgespielt werden. Die Nachfragenach diesen virtuellen Nachrufen soll in den USA bereits gigantischsein. Schöne, neue Welt...

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