Di, 21. August 2018

Drakonisches Urteil

14.10.2008 10:33

Hohe Haftstrafen für tibetische Mönche

In China sind acht buddhistische Mönche zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt worden, weil sie für einen Sprengstoffanschlag in Tibet verantwortlich sein sollen. Zwei der Angeklagten erhielten lebenslange Haft, das Strafmaß der sechs anderen liegt zwischen fünf und 15 Jahren. Die Mönche sollen während der antichinesischen Proteste im vergangenen März in Gaynbe, 1.300 Kilometer östlich der tibetischen Hauptstadt Lhasa, einen Sprengsatz vor einem Amtsgebäude gezündet haben. Zu Schaden kam dabei niemand.

Nach Angaben des Richters waren die Mönche ursprünglich wegen des "Verbrechens des Separatismus" angeklagt. Schließlich seien sie jedoch wegen der Herbeiführung einer Explosion verurteilt worden.

Zahlreiche Tote bei Protesten
Im März kam es in ganz Tibet zu Protesten gegen die chinesische Herrschaft. Die Sicherheitskräfte gingen mit aller Härte gegen die Demonstranten vor. Nach amtlichen Angaben kamen bei den Unruhen mindestens 140 Menschen ums Leben, Menschenrechtsgruppen setzen die Opferzahl allerdings weitaus höher an. Zudem wurden mehr als 1.000 Menschen festgenommen.

Bereits im Juni waren 16 Mönche zu Haftstrafen verurteilt worden. Bei einem von Peking organisierten und streng beaufsichtigten Besuch ausländischer Journalisten in Lhasa hatten Mönche des Jokhang-Tempels den Ausländern zugerufen: "Was die Regierung euch sagt, ist nicht wahr. Sie haben viele Menschen getötet!"

49. Jahrestag des Aufstands
Zu den Protesten kam es rund um den 49. Jahrestag des blutig niedergeschlagenen Aufstands gegen die chinesische Herrschaft am 10. März 1959. Chinas kommunistische "Volksbefreiungsarmee" war bereits 1950 in Tibet einmarschiert. Im März 1959 waren der Dalai Lama und die tibetische Regierung mit mehr als 100.000 Landsleuten nach Indien geflohen. Der Dalai Lama hatte die Siedlungspolitik Chinas in Tibet als "demografische Aggression" und eine Art von "kulturellem Völkermord" verurteilt.

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