Mi, 22. August 2018

Schweden entsetzt

09.09.2008 15:25

Bilder von zwei ermordeten Kindern im Internet

Auf der schwedischen Internetseite "The Pirate Bay" stehen amtliche Obduktionsbilder von zwei ermordeten Kleinkindern. Wie der Geschäftsführer der international bekannten Filesharing-Webseite, Peter Sunde, am Dienstag in der Stockholm Zeitung "Aftonbladet" bestätigte, sollen die Bilder, die ein Nutzer eingestellt hat, weiter zugänglich bleiben, obwohl der Vater der Ermordeten öffentlich um ihre Entfernung gebeten hat.

Der drei Jahre alte Max und seine einjährige Schwester Saga waren kurz vor Ostern in der Kleinstadt Arboga jeweils durch zahlreiche Hammerschläge getötet worden. Nach Überzeugung des zuständigen Gerichts in Västeras hat eine 32-jährige Studentin aus Hannover die Tat verübt. Die Mutter der Kinder wurde bei der Bluttat ebenfalls durch Hammerschläge schwer verletzt.

In Schweden gilt "Öffentlichkeitsprinzip"
Der komplette Untersuchungsbericht der Staatsanwaltschaft von etwa 2.700 Seiten gilt nach dem in Schweden geltenden "Öffentlichkeitsprinzip" als Dokument, zu dem Einsicht gewährt werden muss. Justizministerin Beatrice Ask erklärte im Rundfunk, die Veröffentlichung von Bildern mit den ermordeten Kindern sei verabscheuungswürdig, aber nach geltendem Recht im Prinzip legal. Man müsse den Vorgang zum Anlass nehmen, die Regeln zu überdenken.

Anbieter besteht auf Veröffentlichung
Als der Vater der beiden getöteten Kinder bei Pirate Bay um die Entfernung der Fotos bat, antwortete ihm ein Verantwortlicher: "Was für ein dämliches Geschwätz. Nein, nein, und nochmal nein." Für diese Äußerung entschuldigte sich Pirate Bay zwar, bestand aber auf der weiteren Veröffentlichung der Fotos.

Das schwedische Internet-Unternehmen gilt als einer der größten und bekanntesten Plattformen zum Austausch von Dateien (BitTorrent-Tracker). Pirate Bay ist wegen der in vielen Ländern illegalen Verbreitung vor allem von Filmen und Musik immer wieder ins Visier von nationalen Justizbehörden gekommen. So ist die Internetadresse in Italien seit Sommer gesperrt.

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