Ex-"Miss" als Vize

Alaskas Gouverneurin wird McCains “Vize”

Ausland
01.09.2008 08:25
Die überraschende Ernennung der jungen Gouverneurin Sarah Palin zur Vizekandidatin des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers John McCain sorgt für neuen Schwung im US-Wahlkampf. Die 44-Jährige ist Mutter von fünf Kindern, gilt als stramm konservativ, zugleich aber auch als Reformerin und Kämpferin gegen Verschwendung von Staatsgeldern. Und sie hat eine außergewöhnliche Karriere hinter sich: Schon im Jahr 1984 trat sie ihr erstes "Amt" an: Sie war zur Schönheitskönigin ihrer Heimatstadt Wasilla in Alaska gekürt worden (Foto rechts). Von 1996 bis 2002 war Sarah Palin dann Bürgermeisterin Wasillas, seit zwei Jahren ist sie Gouverneurin Alaskas.

Als zupackend gilt Sarah Palin auch: Ihren Spitznamen "Sarah Barracuda", den sie wegen ihrer aggressiven Spielweise im Basketball-Team an der Highschool bekam, benutzen politische Gegner noch heute. Sie geht in der Wildnis ihres Bundesstaates jagen, fischen und läuft Langstrecken-Rennen.

Seit ihrer Kindheit in Alaska daheim
1964 im US-Staat Idaho geboren, zog ihre Familie nach Alaska, als Sarah Palin noch ein Kleinkind war. Sie studierte Journalismus und Politikwissenschaften. In ihrer Heimatstadt Wasilla wurde Palin Bürgermeisterin, dann übernahm sie den Posten als Ethikbeauftragte von Alaskas Öl- und Gaskommission, die die Ausbeutung der Bodenschätze verwaltet. In dieser Position deckte sie mehrfach Interessenskonflikte von Mitgliedern des Gremiums auf.

Kritik von den Demokraten
Die von McCains Entscheidung völlig überraschten Demokraten kritisierten die Wahl Palins, die seit zwei Jahren Gouverneurin von Alaska ist und darüber hinaus keine weitere politische Erfahrung hat. Zugleich würdigten sie aber ihre Ernennung als Durchbruch für die Frauen.

Obama selbst milderte in einer gemeinsamen Erklärung mit seinem Vizekandidaten Joe Biden eine erste kritische Stellungnahme aus seinem Wahlkampflager ab. Darin hatte sich Obamas Sprecher Bill Burton darüber mokiert, dass Palin vor ihrer Wahl zur Gouverneurin nichts anderes als Bürgermeisterin eines Dorfes mit 9.000 Einwohnern gewesen sei. In der gemeinsamen Erklärung gratulierten Obama und Biden Palin nun zur ihrer Berufung und sprachen von einem ermutigenden Zeichen, "dass alte Barrieren in der Politik fallen". Bei allen politischen Differenzen sei Palin eine "bewundernswerte Persönlichkeit" und werde eine "fesselnde neue Stimme" in McCains Wahlkampf sein.

Glückwünsche von Hillary Clinton
Auch die Ex-First Lady Hillary Clinton beglückwünschte Palin und erklärte: "Wir sollten alle stolz auf die historische Nominierung von Gouverneurin Sarah Palin sein." Die Politik des Gespanns McCain und Palin würde zwar das Land in eine falsche Richtung bringen, fuhr Clinton fort, "aber der Debatte wird durch Gouverneurin Palin eine wichtige neue Stimme hinzugefügt".

Zugleich starteten die Demokraten einen Fernseh-Werbespot, in dem darauf verwiesen wird, dass Palins Berufung nichts daran ändere, dass McCain nicht für politischen Wandel stehe. Es bleibe dabei, dass er die alte Politik von Präsident George W. Bush fortsetzen wolle.

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