Heftige Gewitter

Zehn Tote bei schweren Unwettern in Europa

Ausland
17.08.2008 11:16
Bei schweren Unwettern sind am Freitag in Norditalien, Polen, der Slowakei und Österreich mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Bei Turin wurde ein zehnjähriger Bub vom Blitz erschlagen. In Genua ertrank ein 37-jähriger Italiener, der von den hohen Wellen des Mittelmeeres erfasst wurde. Im Monte-Rosa-Alpenmassiv verirrten sich zwei Bergsteiger während eines Unwetters und erfroren. In Polen starben mindestens drei Menschen bei heftigen Unwettern (im Bild: zerstörtes Haus in Südpolen). In der Nacht auf Samstag wurden zwei Jugendliche während eines Musikfestivals in der Westslowakei getötet, nachdem ein Baum auf ihr Zelt stürzte. In Österreich war bereits am Freitagnachmittag eine Frau von einem umstürzenden Baum erschlagen worden.

Die 41-jährige Obersteirerin war mit einer Wandergruppe auf der Schafferalm in St. Stefan ob Leoben unterwegs. Als die Wanderer in einen Hagelsturm gerieten, suchten sie Schutz unter einem Baum, der dann vom Sturm umgerissen wurde. Die 41-Jährige wurde vor den Augen ihres Mannes und ihrer Tochter tödlich verletzt. Auch in anderen Bezirken der Steiermark und in Kärnten kam es zu schweren Unwettern (siehe Infobox).

27-jährige Deutsche wird in Italien vermisst
In einigen Gegenden Norditaliens prasselten bis zu vier Zentimeter große Hagelkörner vom Himmel. Bei Brescia erreichte der Wind Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern. Der Sturm knickte Bäume um und deckte Dächer ab. Die Feuerwehren rückten zu hunderten Noteinsätzen aus. Von einer 27-jährigen deutschen Italien-Urlauberin, die bei Ventimiglia westlich von Genua trotz starken Windes und hoher Wellen ins Wasser gegangen war, fehlt bislang jede Spur. Andere Badende konnten in höchster Not vor dem Ertrinken gerettet werden.

In der norditalienischen Provinz Udine ist ein durch die heftigen Regenfälle sich plötzlich mit Wasser füllendes Bachbett fünf Tiroler Urlaubern beinahe zum Verhängnis geworden. Sie wurden in ihrem Pkw bei Digano vom Wasser überrascht und mussten aufs Autodach flüchten und einen Notruf absetzen. Von dort wurden sie mit einem Militärhubschrauber unverletzt geborgen.

Schwere Unwetterschäden in Polen
Im polnischen Schlesien kam ein Mann im Sturm ums Leben, ein weiterer starb im Verwaltungsbezirk Lodz in Zentralpolen an einem elektrischen Schlag, nachdem der Wind eine Stromleitung heruntergerissen hatte. In der Ortschaft Rusinowice wurde eine Frau von herunterfallenden Dachteilen erschlagen. Umgestürzte Bäume blockierten in Schlesien und Zentralpolen vielerorts Straßen und Eisenbahnlinien. In Schlesien wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP etwa 100 Häuser durch den Sturm beschädigt. Bei Czestochowa drängte ein starker Windstoß einen Reisebus in den Straßengraben, zwei Insassen erlitten Verletzungen.

Bereits am Freitag in der Früh hatten Unwetter im Süden Polens schwere Schäden angerichtet. Tennisballgroße Hagelkörner hätten zahlreiche Autos in Kattowitz und anderen Städten Schlesiens beschädigt, berichtete das Fernsehen.

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