Ursachenforschung
Die ungleiche Stellung von Männern und Frauen am Arbeitsmarkt hat eine lange Geschichte und kommt aus alten, überholten Rollenverständnissen. Frauen hatten früher die Aufgabe, sich um die Familie und den Haushalt zu kümmern. Eine Berufstätigkeit war nicht notwendig und auch nicht gewünscht. Mit der Zeit wurden Frauen dann soziale Berufe, im Kranken- und Pflegebereich übertragen. Diese waren jedoch eher für unverheiratete Frauen gedacht, und nicht dafür, dass Frauen einen Zuverdienst zum Haushaltsbudget erarbeiten können. Erst langsam konnten sich Frauen in viele Facetten der Wirtschaft vorarbeiten.
Viele Dinge haben sich bereits verbessert. Nach wie vor ist es aber so, dass Frauen in ihrer Karriere von Männern abhängig sind: In vielen Fällen entscheidet ein männlicher Vorgesetzter über das Vorankommen einer Frau. Und kann so einer vielversprechenden Karriere schnell den Riegel vorschieben. Andererseits hängt auch speziell in Familien viel vom Lebenspartner einer Frau ab, und seiner Einstellung der Partnerin und einer Berufstätigkeit gegenüber: Denn nur wenn beide zu gleichen Teilen die Verantwortung für Kinder und Haushalt übernehmen, kann die Frau sich auch ihrer Karriere widmen. Bei einem klassischen Rollenbild ist dies nahezu unmöglich.
Alte Vorurteile
Ebenso haben Frauen oft mit alten Vorurteilen zu kämpfen, wonach Frauen weniger leistungsfähig sind, für gewisse Dinge einfach nicht geeignet sind oder die schlechtere Ausbildung haben. Doch vielfach ist genau das Gegenteil der Fall: Studien belegen, dass in jener Generation, die sich derzeit in Ausbildung auf den Universitäten befindet, Frauen sogar besser qualifiziert sind als Männer. Weiters gibt es Berufe, in denen Frauen klar besser sind als Männer: All jene, in denen Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis gefragt sind – zum Beispiel also Verkauf und Beratung. Auch in Kreativ-Jobs sind Frauen oft intuitiv besser.
Kinder und Familie
Frauen sind leider nach wie vor dadurch gehandicapt, dass sie die Verantwortung für den Nachwuchs tragen müssen. Durch Kindererziehung entstehen längere Lücken im Lebenslauf, und die dadurch bedingte fehlende Berufspraxis wirkt sich nach einer Karenz negativ auf Gehalt und Beförderung aus. Die tatsächliche Qualifikation und Leistungsfähigkeit wird nur selten berücksichtigt. Damit in Zusammenhang steht auch das oft erhöhte Sicherheitsbedürfnis von Frauen. Studien belegen, dass Frauen, wenn sie zwischen einem sicheren, schlechter bezahlten Job und einem besser dotierten, aber riskanteren Job der Sicherheit den Vorzug geben. Und damit automatisch auch weniger verdienen. Weiters ist Studien zufolge Frauen tendenziell Lebensqualität und Zeit für ihr soziales Umfeld einfach wichtiger, als gut bezahlte, zeitintensive Positionen zu bekommen. Frauen gehen daher auch beim Gehalt eher auf Nummer sicher. Männer verfügen oft über ein größeres Selbstbewusstsein und verhandeln daher härter.
Was kannst du als Frau tun, um ein besseres Gehalt zu bekommen?
Höre dich bei deinen männlichen Kollegen mit vergleichbaren Jobs um, wie viel sie verdienen. Gibt es keine Zusatzqualifikationen, die ein höheres Gehalt rechtfertigen, so solltest du einmal mit deinem Chef sprechen, woran es liegt, dass du weniger bekommst. Bereite im Vorfeld Argumente vor, die ein höheres Gehalt rechtfertigen. Dazu gehört auch, dass du dir selbst im Klaren darüber wirst, wie viel du zu bieten hast! Hast du bereits eine Familie gegründet, dann solltest du betonen, wie sich deine Persönlichkeit dadurch entwickelt hat und welche Qualifikationen du dir aneignen konntest. Je selbstverständlicher du mit dem Thema Familie umgehst, desto weniger wird es zu einem Stolperstein für deine Karriere.
Ein starkes Ego ist notwendig, damit du dich gegen deine männlichen Kollegen behaupten kannst. Auch solltest du dir klar machen, dass genau deine weibliche Seite dein Trumpf ist. Denn viele Frauen glauben, dass sie bewusst maskulin auftreten müssen, um ernst genommen zu werden. Starkes Auftreten – ja! Aber gerade deine sensitive, weibliche Seite verschafft dir im Berufsleben auch viele Pluspunkte, wenn du sie richtig einsetzt.
Vielfach trauen sich Frauen nicht, auch einmal mit der Faust auf den Tisch zu schlagen, und auf ihr Recht zu pochen. Übe schrittweise, hart zu verhandeln. Du hast ein Recht auf gute Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen, und dafür darfst du auch kämpfen. Je stärker dein Vertrauen in dich selbst, desto erfolgreicher wirst du werden. Und hast du das Gefühl, dass deine Leistung nicht gewürdigt wird, solltest du den Schritt wagen, dich nach einem neuen Job, vielleicht sogar einer neuen Branche umzusehen, wo dein Einsatz anerkannt und entlohnt wird.
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