05.08.2008 15:51 |

Sicheres Rauchen

EU fordert Zigaretten mit "Feuerschutz" bis 2011

In ihrer Bestimmung, den Schaden durch Zigaretten in der Gesellschaft einzudämmen, geht die Europäische Union neue Wege und ist auch auf die schädlichen Effekte abseits von Lungenkrebs und Raucherbein aufmerksam geworden: Nach dem Wunsch der EU-Länder sollen schon in spätestens drei Jahren nur noch Zigaretten verkauft werden, die sich nach kurzer Zeit selbst löschen, wenn nicht daran gezogen wird. Durch die Einführung der "Feuerschutz-Zigaretten" ließen sich in der EU pro Jahr mindestens 2.000 Menschenleben retten, sagte Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kunewa. Immerhin: Teurer werden die Tschick dadurch nicht. In den USA sind die Sicherheitsvorkehrungen bereits in einigen Bundesstaaten Pflicht.

Laut Kunewa bzw. der deutschen Tageszeitung "Die Welt" sollen die neuen Sicherheitsvorkehrungen nicht zu Preiserhöhungen führen, da die Kosten dafür nur minimal sind. Ziel der Einführung von solchen Zigaretten, die keine Brände auslösen können, ist nach Angaben der EU-Kommission, das Rauchen sicherer zu machen.

Jedes Jahr sterben unzählige Menschen durch Zimmerbrände, weil sie mit der Zigarette im Bett eingeschlafen seien. Ganz zu schweigen von dem Schaden, der durch achtlos weggeworfene Tschick in der Natur entsteht. Waldbrände werden nicht selten durch Glimmstengel ausgelöst. Allein in den letzten fünf Tagen gab es in Österreich zwei Fälle: Donnerstag früh erlitt ein 37-Jähriger in Wien eine Rauchgasvergiftung, weil er mit einer brennenden Zigaretten zu Bett ging und einschlief. Am Montag fackelte ein Zweijähriger in Wien-Floridsdorf beinahe die Wohnung seiner Eltern ab, als er um sechs Uhr in der Früh mit Feuerzeug und Tschick spielte, als Mama und Papa noch im Bett lagen und schliefen.

Standard soll schon Ende August verabschiedet werden
Das Europäische Komitee für Normung in Brüssel will die Einführung der neuen Zigarettenstandards laut "Welt" bereits Ende August auf den Weg bringen. Es werde mit einem schnellen Beschluss gerechnet, da die Mitgliedsstaaten und die Tabakindustrie sich weitgehend einig seien. Offenbar wurde die Idee unter den einzelnen Länder-Ministern schon weitestgehend besprochen und beschlossen.

So funktioniert die "Brandschutz-Zigarette"
Der Sicherheitsvorkehrung der selbstlöschenden Tschick besteht aus zwei hauchdünnen Lagen am Papier. Eine aus Zellulose und eine aus dem Salz der Alginsäure - beide Lagen seien beim Rauchgenuss nicht fühlbar und geschmacksneutral, berichtet "Die Welt". Die im Fertigungsprozess einfach aufgesprühten Schichten - daher die "geringen Kosten" - nehmen der Glut buchstäblich "die Luft zum Atmen". Bis die Zigarette ganz aus ist, vergeht laut einem EU-Beamten bzw. der "Welt" eine Minute. Die Hitze der Glut wird aber schon während dieser Zeit auf ein ungefährliches Maß eingedämmt.

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