"Hat das Potenzial"

“Guitar Hero” plant Angriff auf iTunes

Web
11.07.2008 11:43
Der aus der Fusion der beiden Spielepublisher Activison und Vivendi Games hervorgegangene Konzern Activision Blizzard plant den Start einer eigenen Online-Musikplattform. Auf Basis seines erfolgreichen Gitarrenspiels "Guitar Hero" will das Unternehmen einen Konkurrenten zu iTunes auf den Markt bringen.

In einem Interview mit der Financial Times sagt Activision-Chef Bobby Kotick, dass eine Guitar-Hero-Musikplattform die "natürliche Weiterentwicklung" einer Franchise sei, die inzwischen an die 20 Millionen Einheiten verkauft und etwa eine Milliarde Dollar Umsatz gemacht hat. "Ich denke nicht, dass es bisher eine Menge glaubwürdiger Alternativen zu iTunes gibt, aber Guitar Hero hat das Potenzial dazu", so Kotick. 

Wie konkret die Pläne für einen Musikdienst sind, bleibt vorerst unklar. Es lägen noch keine Detailinformationen zu dem Projekt vor, heißt es seitens Activision Deutschland. Die Idee zu der Musikplattform kommt im Zuge der am Donnerstag abgeschlossenen Fusion zwischen Activision und Vivendi Games. Profitieren würde ein solches Projekt vor allem von Vivendis Eigentümerschaft des Majorlables Universal Music. "Das sind Dinge, die es einem ermöglichen, ein erfolgreicher Konkurrent zu iTunes zu sein", meint Kotick. 

Natürlich würde der Zugang zu Universals Musikkatalog für einen ernsthaften Wettbewerb noch nicht ausreichen. Das Unternehmen müsste zunächst auch Verträge mit den anderen Majors unter Dach und Fach bringen. Eine enge Zusammenarbeit mit der Musikindustrie zeichnet sich bei Guitar Hero aber auch in anderen Bereichen ab. So ist etwa seit kurzem über eine Kooperation die neue Version "Guitar Hero: Aerosmith" erhältlich. 

Starke Konkurrenz zum Marktführer Electronic Arts
Durch die Fusion von Activision und Vivendi Games zu Activision Blizzard ist ein neuer, starker Computerspielentwickler entstanden, der vor allem im Bereich der Multiplayer- und Online-Rollenspiele punkten kann. Vivendi Games ist für sein populäres Online-Rollenspiel "World of Warcraft" bekannt, dem sich seit seinem Entstehen im Jahr 2004 insgesamt zehn Millionen Spieler angeschlossen haben. 

Die Fusion mit Activision wird es dem französischen Unternehmen erlauben, seinen Rückstand im Bereich der Konsolenspiele wettzumachen. Die Amerikaner von Activision sind weltweit Nummer zwei bei den Videospielverlagen: Zu den bekanntesten Titeln zählen "Spiderman", "X-Men", "Transformers", "Shrek", "James Bond", "Guitar Hero" und "Call of Duty".

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