Atomfreies Korea

Atomgespräche wieder aufgenommen

Ausland
10.07.2008 14:44
Nach neun Monaten Pause verhandeln die Chefunterhändler aus sechs Ländern in Peking wieder über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm. Das Treffen bedeute einen "Wendepunkt" in den Bemühungen, die Sechsergespräche in eine "neue Phase" zu bringen, sagte der chinesische Vertreter Wu Dawei zum Auftakt der Gespräche am Donnerstag. Im Mittelpunkt des Treffens stehen Methoden zur Überprüfung der von Nordkorea übergebenen Atomliste.

"Ich möchte betonen, dass wir alle, die sich hier versammelt haben, die gleichen strategischen Ziele verfolgen", erklärte Wu Dawei in seiner Begrüßung der Delegierten aus Nord- und Südkorea, Japan, Russland, China und den USA. Das höchste gemeinsame Ziel sei eine atomfreie koreanische Halbinsel, sagte Wu Dawei. 

Nach Angaben der südkoreanischen Agentur Yonhap äußerte US-Unterhändler Christopher Hill die Hoffnung, dass die derzeitige Phase zur Beendigung des nordkoreanischen Nuklearprogramms bis zum Herbst abgeschlossen sein könnte. Dazu gehöre die Unbrauchbarmachung der Atomanlagen sowie die Erfüllung der im Gegenzug versprochenen Energielieferungen an das kommunistische Land. Allein die Überprüfung der Atomliste könne aber Wochen oder gar Monate in Anspruch nehmen, hatte Hill zuvor angekündigt.

"Der Teufel liegt im Detail"
Die USA und Nordkorea sind sich unter anderem noch nicht einig über die Beteiligung der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO. Beobachter erwarten deshalb zähe Verhandlungen während der dreitägigen Gespräche. "Der Teufel liegt im Detail", hatte Hill bereits im Vorfeld laut Yonhap erklärt.

Atom-Liste gegen Aufhebung von Handelssanktionen
Nordkorea hatte vor knapp zwei Wochen mit mehrmonatiger Verspätung eine Liste mit Details zu Nuklearmaterialien und Atomanlagen im Land übergeben. Einen Tag später ließ das Regime in Pjöngjang in einem symbolischen Akt den Kühlturm an einem bereits abgeschalteten Atomreaktor in Yongbyon sprengen. Die USA kündigten im Gegenzug an, das kommunistische Nordkorea von der Liste der Terrorismus-Unterstützer zu nehmen und Handelssanktionen aufzuheben.

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