10.07.2008 07:29 |

Sechs Tote

Schießerei vor US-Konsulat in Istanbul

Bei einer Schießerei vor dem amerikanischen Konsulat in Istanbul sind am Mittwochvormittag sechs Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Bei drei der Toten handle es sich um Polizisten, bei den drei anderen um die Angreifer, berichtete der private türkische Nachrichtensender NTV. Die Hintergründe des Angriffs sind unklar.

Ein mit vier Personen besetztes weißes Auto sei langsam herangefahren und habe vor dem Konsulatsgebäude im europäischen Teil Istanbuls gehalten, berichteten Augenzeugen. Dann seien drei der Insassen ausgestiegen und hätten das Feuer auf die Wachleute vor dem Eingang der US-Vertretung eröffnet. Die Schützen hätten sich sieben bis acht Minuten lang eine Schießerei mit den Polizisten geliefert.

Nach dem Anschlag befürchteten die Ermittler, dass das Fluchtauto der Angreifer mit Sprengstoff beladen gewesen sein könnte, wie der türkische Sender NTV am Mittwoch unter Berufung auf Polizeikreise berichtete. Die Polizei verfolgte eine unbekannte Zahl von Angreifern.

Die Sicherheitsbehörden vermuten die islamischen Extremisten der Terrororganisation Al-Kaida hinter dem Angriff. Bei den Toten handelte es sich um drei bewaffnete Angreifer und drei Polizisten, wie der Gouverneur von Istanbul, Muammer Güler, mitteilte. Eine Botschaftssprecherin sagte, bei dem Überfall gegen 11.00 Uhr (Ortszeit) in der Nähe des Haupteingangs seien keine Beschäftigten des Konsulats verletzt worden.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff. Die Aufnahmen einer Sicherheitskamera zeigten, wie vier bewaffnete, bärtige Männer aus einem grauen Fahrzeug stiegen und zunächst einen Verkehrspolizisten erschossen. Anschließend rannten die Angreifer auf das 50 Meter entfernte Konsulat zu, wie die Nachrichtenagentur Dogan meldete. Polizisten hätten auf die Angreifer geschossen. Drei seien getötet worden, der vierte sei in einem grauen Fahrzeug entkommen. Ein Augenzeuge sagte dem Fernsehsender CNN-Turk, ein weiterer Polizist und ein Passant seien verletzt worden.

Panik vor der US-Vertretung
Nach der Schießerei brach vor der US-Vertretung Panik aus, wo Menschen um Visa anstanden. Auf Fernsehbildern waren vier Personen zu sehen, die am Fuß der Mauer um das Konsulat im Stadtteil Istinye auf dem Boden lagen. Sanitäter waren im Einsatz. An sämtlichen US-Vertretungen in der Türkei wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft, wie der amerikanische Botschafter Ross Wilson mitteilte.

"Das waren Terroristen, die einen hinterhältigen und feigen Anschlag verübt haben", sagte Wilson. Die USA ließen sich aber von ihrem Kampf gegen den internationalen Terrorismus nicht abbringen. Der türkische Präsident Abdullah Gül forderte eine rasche Aufklärung der Tat.

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