Entwarnung
Uranmenge in Flüssen nach Atomunfall gesunken
Nach Angaben der französischen Atomaufsichtsbehörde (ASN) traten im Akw Tricastin am Montagabend 6,25 Kubikmeter radioaktive Flüssigkeit aus und gelangten zum Teil in umliegende Flussläufe. Den Betreibern des Atommeilers und den Behörden zufolge bestand keine Gefahr für die Bevölkerung. Die am Vortag angeordneten Vorsichtsmaßnahmen wurden aber beibehalten. Die Behörden hatten unter anderem ein Angel- und Badeverbot in den angrenzenden Gemeinden verhängt.
Unfall am Dienstag
Der Unfall hatte sich Dienstag früh um 6.30 Uhr in einem Werk zur Behandlung von Atomabfällen bei Avignon ereignet. Die Behörden hatten aber bis zum Abend mit der Bekanntgabe gewartet. Aus einem undichten Tank war radioaktive Flüssigkeit mit 360 Kilogramm Uran ausgetreten. Ein Teil gelangte in die kleinen Flüsse Gaffiere und Lauzon, hieß es in der Mitteilung der französischen Atomschutzbehörde.
Kritik über verspäteten Informationsfluss
Der Vorfall platzte in Frankreich mitten in die neuentflammte Debatte um den Atomausstieg in Deutschland. Kritik gab es, weil die ersten Informationen über das Ereignis erst mit Stunden Verspätung veröffentlicht wurden. Der Atomkonzern Areva erklärte, der Austritt der radioaktiven Flüssigkeit habe auch keinerlei Folgen für das Personal und die Anrainer gehabt.
Man habe der französischen Strahlenschutzbehörde ASN empfohlen, den Zwischenfall als Stufe 1 auf einer siebenstufigen Skala zu klassifizieren. Das wäre laut der internationalen INES-Skala von 0 bis 7 bloß eine Anomalie. Auch im Umweltministerium in Wien ging man von einem lokal begrenzten Ereignis aus.
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