Feier in Jerusalem
Israel feiert 60. Jahrestag seiner Gründung
"Wir haben uns eine Zukunft geschaffen, die unsere Träume übertrifft", sagte Präsident Shimon Peres der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag. Sein Land sei stolz darauf, in den vergangenen sechzig Jahren sieben Kriege überstanden zu haben. Die Gründung Israels sei einmalig in der Weltgeschichte, weil "ein Volk, das vertrieben und über die Welt verstreut war, zurückgekehrt ist. Das hat es in den 2000 Jahren zuvor nie gegeben". Von Deutschland wünsche er sich, "dass die Schatten der Vergangenheit nie wieder zurückkehren, nie wieder einen Platz in dieser Welt finden werden", sagte Peres.
Zehn Verletzte bei Flugshow über Tel Aviv
Militärmaschinen donnerten über das Land, die israelischen Streitkräfte öffneten zahlreiche Stützpunkte für einen Tag der offenen Tür. Über dem Strand von Ashkelon bei Tel Aviv wollten 120 Fallschirmjäger aus einem Dutzend Ländern einen gemeinsamen Sprung absolvieren. Bei einem Unfall eines Fallschirmspringers während einer Flugshow sind am Donnerstag zehn Menschen verletzt worden. Wie die israelischen Medien berichteten, hatte der Fallschirmspringer sein Ziel verfehlt und war in der Zuschauermenge gelandet.
Die Feiern zum Unabhängigkeitstag begannen bereits am Mittwoch. Am Abend drängten sich tausende von Menschen auf dem Jerusalemer Zionsplatz, um das jedes Jahr dort stattfindende Feuerwerk mitzuerleben. Höhepunkt der Feiern ist in der nächsten Woche eine Konferenz in Jerusalem, zu der US-Präsident George W. Bush, der internationale Nahost-Beauftragte Tony Blair sowie führende Manager erwartet werden.
Für den Festtag wurden nach Angaben des staatlichen Rundfunks 13 Millionen Hamburger, Steaks und Würstchen zubereitet.
Trauertag im Westjordanland und im Gazastreifen
Im Westjordanland und im Gazastreifen wurde der Jahrestag als Trauertag begangen, weil bei der Staatsgründung Israels mehrere hunderttausend Palästinenser entwurzelt wurden. In Bethlehem folgten etwa 500 Demonstranten einem riesigen Schlüssel, mit dem die Hoffnung der Flüchtlinge symbolisiert werden sollte, eines Tages in ihre Heimatdörfer in Israel zurückzukehren. Während der Feiertage war Palästinensern die Einreise nach Israel aus Angst vor Anschlägen untersagt.
Der palästinensische Ministerpräsident Salam Fayyad sagte zum Tag der "Nakba" (Katastrophe) in Ramallah, bei den Nahost-Gesprächen mit Israel gebe es vielfältige Probleme. Umsomehr verfolgten die Palästinenser ihren Traum der Unabhängigkeit und des "Rechts auf Rückkehr der Flüchtlinge".
Israel hatte am 14. Mai 1948, einen Tag vor dem Auslaufen des britischen Mandats, seine Unabhängigkeit erklärt. Das Land feiert jedoch nach hebräischem Kalender und damit eine Woche früher.
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