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03.12.2016 - 07:52
Premier Netanyahu will die "Terroristen" bestrafen, die die Brände gelegt haben sollen.
Foto: AFP/JACK GUEZ, AFP/MENAHEM KAHANA

Großbrände: Israels Regierung spricht von Terror

25.11.2016, 17:52

Eine Serie von riesigen Feuern wird zu einem Politikum zwischen Israelis und Palästinensern. Israelische Medien sprechen bereits von einer "Feuer- Intifada" der Palästinenser. Deren Vertreter weisen solche Anschuldigungen zurück. Regierungschef Benjamin Netanyahu sagte, Brandstiftung sei Terror. "Jeder, der versucht, Teile des Staates Israel zu verbrennen, wird hart bestraft werden." Die Polizei hat laut einem Sprecher bereits zwölf Verdächtige festgenommen.

Zu den möglichen Motiven wurden keine näheren Angaben gemacht. Polizeichef Roni Alsheich hatte hingegen am Donnerstag gesagt: "Es ist davon auszugehen, dass die Fälle von Brandstiftung nationalistisch motiviert waren." Seit mehreren Tagen wüten in Israel Brände , auch in der Nähe von Jerusalem. Zehntausende Israelis flohen allein in der Hafenstadt Haifa. Rund 75.000 Menschen waren laut Medienberichten in Haifa betroffen - mehr als ein Viertel der Bewohner der Küstenstadt. 60 Menschen wurden laut Angaben der Rettungskräfte verletzt. Am Freitagmorgen sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld, die Lage sei inzwischen "unter Kontrolle". "Aber die Dinge können sich ändern und sich entwickeln, während wir hier reden."

Foto: ASSOCIATED PRESS

Palästinenser- Regierung: "Hetze gegen uns"

Wasel Abu Yussef, ein Mitglied des PLO- Exekutivkomitees, bezeichnete die Anschuldigungen als "grundlos und unzutreffend". "Israelische Offizielle versuchen damit, die israelische Öffentlichkeit gegen die Palästinenser aufzuhetzen, und nicht mehr." Sie würden alles Schlechte den Palästinensern zuschreiben. "Das ist ein einfacher Weg, um jegliche persönliche Verantwortung für die Geschehnisse zu vermeiden."

Foto: ASSOCIATED PRESS

Der palästinensische Zivilschutz hat laut eigenen Angaben zur Unterstützung vier Feuerwehrwagen nach Jerusalem und Haifa geschickt. Zahlreiche Länder, darunter auch die USA, Frankreich und Russland, wollen Israel im Kampf gegen die Flammen unterstützen. Die ersten ausländischen Löschflugzeuge fliegen bereits ihre Einsätze. Außerdem versucht die israelische Luftwaffe mittels Drohnen Brandstifter zu finden.

Oppositionspolitiker: "Auch arabische Gebiete betroffen"

Der Oppositionspolitiker Yussef Jabarin warnte laut der Tageszeitung "Haaretz", die Anschuldigungen gegen die Palästinenser seien "arrogant und unverantwortlich und stellen eine gefährliche und wilde Hetze gegen die arabische Bevölkerung dar". Es seien auch arabische Gebiete von den Flammen betroffen "und das Feuer in Haifa unterscheidet nicht zwischen Juden und Arabern".

Einsatzkräfte im Westjordanland
Foto: APA/AFP/JACK GUEZ

Im Westjordanland gibt es seit Mittwoch Brände, unter anderem in der Nähe von Ramallah. Dort gab es laut Behördenangaben zunächst keine Menschen mit Rauchvergiftungen und keine Beschädigungen von Häusern. In Israel und den Palästinensergebieten herrscht eine lange Trockenheit. Starke Winde fachen die Feuer weiter an.

25.11.2016, 17:52
AG/red
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