Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
28.09.2016 - 22:32
Foto: AFP/ADEM ALTAN, AP / Video: krone.tv

Erdogan: "Haben IS- Bastion zurückerobert"

24.08.2016, 20:50

Unterstützt von einer Offensive der türkischen Armee haben syrische Rebellen die IS- Hochburg Jarablus in Nordsyrien an der Grenze zur Türkei am Mittwoch unter ihre Kontrolle gebracht. "Die Freie Syrische Armee hat die Ortschaft zurückerobert", sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Ankara. Die Kämpfer hätten alle wichtigen Stellen eingenommen, die Stadt sei offenbar vom IS verlassen worden.

Mehr als fünf Jahre nach Beginn des syrischen Bürgerkriegs läuteten türkische Truppen nach Luftangriffen nun erstmals auch eine Bodenoffensive im Nachbarland ein. Der mit Panzern und der Hilfe syrischer Rebellen geführte Angriff auf die IS- Bastion Jarablus wurde durch die US- Luftwaffe unterstützt.

Foto: AP

Operation "Schutzschild Euphrat"

Die Operation "Schutzschild Euphrat" sei "gegen Bedrohungen gerichtet", die für die Türkei von Terrororganisationen wie dem IS oder der syrischen Kurdenmiliz YPG ausgingen, erklärte Erdogan. Die IS- Kämpfer in Jarablus hätten sich zurückgezogen oder ergeben. Der IS und syrische Rebellen kämpfen in dem Bürgerkriegsland sowohl gegeneinander als auch gegen die Truppen von Syriens Präsident Bashar al- Assad.

Foto: APA

Neben den Panzern hatten am Mittwochmorgen weitere Militärfahrzeuge die Grenze passiert, bei den Insassen handelte es sich laut Medienberichten um Rebellen der gemäßigten Freien Syrischen Armee, die von Ankara unterstützt werden. Jarablus war eine der letzten größeren IS- Bastionen an der Grenze zur Türkei.

Ein türkischer Panzer rollt Richtung Syrien.
Foto: AFP/BULENT KILIC

Internationale Anti- IS- Koalition unterstützt Luftangriffe

Bei den in der Nacht auf Mittwoch gestarteten Luftangriffen zur Rückeroberung von Jarablus wurde die Türkei von der internationalen Anti- IS- Koalition unterstützt, sagte Erdogan in Ankara. Bereits am Dienstagabend hatte die türkische Regierung die Evakuierung des türkischen Grenzorts Karkamis angeordnet, der gegenüber von Jarablus auf der anderen Grenzseite liegt. Karkamis war zuvor von IS- Seite mit Mörsergranaten beschossen worden, die türkische Armee erwiderte das Feuer.

Die Türkei bombardiert Ziele bei Jarablus.
Foto: APA/AFP/BULENT KILIC

Ankara will zusammenhängendes Kurdengebiet verhindern

Jarablus liegt rund 35 Kilometer nördlich der Stadt Manbidsch, die erst kürzlich von einem Bündnis unter Führung der YPG zurückerobert worden war . Die Kurdenmiliz ist ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen den IS in Syrien. Allerdings hat die Türkei mehrfach vor einem weiteren Vorrücken der Miliz gewarnt. Ankara sieht die YPG ebenso wie die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK als terroristisch an und will unter allen Umständen vermeiden, dass an seiner Südgrenze ein zusammenhängendes Herrschaftsgebiet der Kurden entsteht.

Türkische Panzer und Militärfahrzeuge in der Nähe von Jarablus
Foto: APA/AFP/BULENT KILIC

Syrische Kurden: "Die Türkei wird wie der IS besiegt werden"

Heftige Kritik an der nunmehrigen türkischen Offensive kam am Mittwoch auch postwendend vom Co- Vorsitzenden der syrischen Kurdenpartei PYD, Salih Muslim. "Die Türkei ist im syrischen Sumpf", sagte er. "Sie wird besiegt werden wie der IS." Bisher kontrollieren die Kurden im Norden Syriens ein Gebiet auf einer Länge von etwa 400 Kilometern - von der irakischen Grenze bis zum Euphrat. Zudem halten sie ein kleineres Gebiet im Nordwesten Syriens.

Türkische Panzer in Syrien
Foto: AP

Türkischer Außenminister: "Werden den Sumpf trockenlegen"

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu reagierte erbost auf Muslims Aussagen. Der PYD und ihren Milizen warf er vor, den Kampf gegen den IS nur als Vorwand zu benutzen, um ein eigenes Herrschaftsgebiet in Syrien aufzubauen. "Wir werden diese geheime Agenda durchkreuzen. Unsere Absicht ist es, den Sumpf trockenzulegen", sagte er in Ankara. Cavusoglu bekräftigte die türkische Forderung, dass sich die syrischen Kurdenmilizen auf Positionen östlich des Euphrats zurückziehen müssten.

Ein türkischer Panzer in Syrien
Foto: APA/AFP/BULENT KILIC

US- Vizepräsident Biden zu brisanten Gesprächen in Ankara

Inmitten dieser brenzligen Situation traf am Mittwoch US- Vizepräsident Joe Biden zu politischen Gesprächen in Ankara ein. Biden ist der erste westliche Spitzenpolitiker, der das Land seit dem gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli besucht. Die Beziehungen zwischen den USA und ihrem wichtigen NATO- Partner Türkei stecken derzeit nicht nur wegen dem Vorgehen in Syrien in einer tiefen Krise.

US-Vizepräsident Joe Biden (li.) mit dem türkischen Regierungschef Binali Yildirim in Ankara
Foto: APA/AFP/ADEM ALTAN

Streit um Auslieferung von Erdogan- Gegner Gülen

Ein zentrales Thema bei den Gesprächen ist auch das Auslieferungsgesuch der türkischen Regierung für den islamischen Prediger Fethullah Gülen sein, der seit 1999 im Exil in den USA lebt und lange Jahre ein enger Vertrauter Erdogans war. Ankara macht den 75- jährigen Gründer der einflussreichen Hizmet- Bewegung für den Umsturzversuch verantwortlich, obwohl er jede Verwicklung bestreitet.

Biden sagte der Türkei die sorgfältige Prüfung einer Auslieferung Gülens zu. Man habe keinerlei Interesse daran, jemanden zu schützen, der einen Verbündeten geschadet hätte, sagte er mit Blick auf die gemeinsame Mitgliedschaft im Militärbündnis NATO. Allerdings müssten die rechtlichen Standards gewahrt bleiben. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim erklärte, die Türkei erwarte, dass das Abschiebeverfahren ohne Verzögerung fortgesetzt werde.

24.08.2016, 20:50
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum