Jetzt ist es fix

Sonde “Phobos-Grunt” stürzt Mitte Jänner auf die Erde

Wissen
04.01.2012 13:07
Die kurz nach ihrem Start außer Kontrolle geratene russische Raumsonde "Phobos-Grunt" wird neuesten Berechnungen zufolge vermutlich am 15. Jänner abstürzen. Da der rund 13,5 Tonnen schwere Satellit nur zum Teil in der Atmosphäre der Erde verglühen werde, rechnet das russische Verteidigungsministerium mit dem Aufprall von Trümmern auf die Erde.

Für eine Berechnung des Absturzortes sei es aber zu früh, sagte Oberst Alexej Solotuchin am Mittwoch in Moskau. Nach vorangegangenen Schätzungen der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos könnten mindestens 20 Trümmer mit einem Gesamtgewicht von maximal 200 Kilogramm auf die Erde stürzen.

Radioaktives Kobalt an Bord
Die am 9. November 2011 gestartete Raumsonde sollte eigentlich zum Marsmond "Phobos" fliegen, kreist stattdessen aber wegen technischer Probleme seither um die Erde. "Phobos-Grunt" befinde sich in maximal 224 Kilometern Höhe und sinke ständig, sagte Solotuchin. Laut Roskosmos werden die hochgiftigen Stoffe im Tank der 120 Millionen Euro teuren Marsmond-Sonde beim Eintritt in die Erdatmosphäre vermutlich verglühen. Auch das radioaktive Kobalt an Bord sei nicht gefährlich.

Mit der ersten interplanetaren Mission seit 15 Jahren wollte die Raumfahrtnation Russland nach vielen Rückschlägen international wieder Eindruck machen. Erst im Dezember war aber auch der russische Militärsatellit "Meridian" wegen der Fehlzündung einer Sojus-Rakete abgestürzt. Danach ordnete die Regierung in Moskau eine neue Kosmos-Strategie bis Ende Februar an.

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