Der neuen Studie zufolge ist die Rate an Brustkrebs-Erkrankungen in Gebieten mit durchschnittlichen nächtlichen Lichtmengen um 37 Prozent größer als in Bereichen mit besonders geringen Lichtmengen. In sehr hellen Gebieten ist die Rate sogar um weitere 27 Prozent höher.
Die Forscher vermuten, dass die erhöhten Krebsraten durch die verminderte nächtliche Ausschüttung von Melatonin verursacht werden könnten. Das Hormon wird bei Dunkelheit gebildet, während der Einfall von Tageslicht ins Auge die Synthese von Melatonin hemmt.
In dem Hormon, das in der Zirbeldrüse gebildet wird, vermutet man die Fähigkeit, das Wachstum von Krebszellen unterdrücken zu können. Die Melatonin-Hypothese werde auch von der Beobachtung gestützt, dass blinde Frauen, deren Augen einfallendes Licht nicht erfassen könnten, seltener an Brustkrebs erkrankten, erklärt König.
Erhöhtes Brustkrebs-Risiko bei Nachtarbeit
Bereits vor einigen Jahren haben nach seinen Angaben Untersuchungen ein deutlich erhöhtes Brustkrebs-Risiko bei Frauen ermittelt, die - wie etwa Krankenschwestern oder Flugbegleiterinnen - häufig nachts arbeiten.
Auf Grundlage dieser Erkenntnisse habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im vergangenen Jahr nächtliche Schichtarbeit als gesundheitliches Risiko eingestuft, das in der gleichen Kategorie neben giftigen Chemikalien aufgeführt sei, sagt der Gynäkologe: "Dass offenbar die nächtliche Beleuchtung die besondere Gefahrenquelle darstellt, ist bisher aber noch nicht in Betracht gezogen worden."
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