Wirken gegen Pilze

Bienen nutzen Heilstoffe im Honig als Medikament

Wissen
19.09.2014 10:42
Deutsche Forscher haben herausgefunden, dass Bienen in der Lage sind, sich selbst vor Infektionen schützen, indem sie die natürlichen Heilstoffe des Honigs nutzen. Demnach bevorzugen kranke Tiere - im Gegensatz zu gesunden Artgenossen - jene Honige, die etwa besonders wirksam gegen Infektionen des Darms sind.

In einem Bienenstock leben Tausende Bienen - bei über 30 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit - auf engem Raum zusammen. Ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Infektionskrankheiten, die die Tiere zum einen mithilfe ihres Immunsystems abwehren, zum anderen enthält der von ihnen produzierte Honig natürliche Inhaltsstoffe, die gegen Bakterien, Pilze oder Viren wirken.

Forscher um Silvio Erler und Robin Moritz von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg untersuchten gemeinsam mit Kollegen der Universität im rumänischen Cluj-Napoca nun, ob Honig von den Bienen nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Heilmittel zur Behandlung von Bienenkrankheiten genutzt wird.

Bienen wählen Honig, der besser hilft
Dazu infizierten die Wissenschaftler im Labor Bienen mit einem Darmpilz namens Nosema ceranae und verglichen dann, wie gesunde und kranke Bienen zwischen verschiedenen Honigen wählten. "Wir beobachteten, dass infizierte Bienen keinen Unterschied zwischen Linden- und Robinienhonig machten. Während Honigtauhonig von ihnen kaum gewählt wurde, hatten sie jedoch eine große Vorliebe für Sonnenblumenhonig, die mit zunehmender Infektion der Bienen sogar anstieg", sagt Erler.

Anschließend untersuchten die Forscher die Wirksamkeit der Honige auf die Darminfektion. Es zeigte sich, dass die Bienen wesentlich geringere Sporenmengen des Pilzes im Darm aufwiesen, wenn sie sich ausschließlich von Sonnenblumenhonig ernährt hatten. Artgenossen, die Honigtauhonig konsumiert hatten, zeigten hingegen einen stärkeren Befall, berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Behavioral Ecology and Sociobiology".

"Honig ist also nicht nur gesund für den Menschen, sondern auch für die Bienen selbst, die im Krankheitsfall nicht den Honig wählen, der besser schmeckt, sondern den, der besser hilft", so Erler.

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