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Israel ärgert sich über Zweifel der USA an Schlagkraft

21.02.2012, 13:28
Israel ärgert sich über Zweifel der USA an Schlagkraft
US- Zweifel an Israels militärischer Fähigkeit zu einem Angriff auf iranische Atomanlagen sorgen derzeit für Verstimmung zwischen Washington und Jerusalem. Auslöser ist ein Bericht der "New York Times", in dem sich Militärexperten skeptisch über die Erfolgschancen eines Luftschlags äußerten. Wer Israels Angriffsfähigkeit infrage stelle, verringere den Druck auf den Iran und erhöhe damit letztlich die Gefahr, dass es tatsächlich zu einem Krieg komme, hieß es daraufhin aus Israel.

"All die Experten, die jetzt 'Oh ja, bombardiert den Iran' rufen - es wird nicht so einfach sein", wird in dem Bericht der "New York Times" etwa Generalleutnant David A. Deptula zitiert. Der pensionierte Geheimdienstchef der Air Force weiß, wovon er redet. Er war unter anderem für die Planung der US- Luftschläge in Afghanistan 2001 und im ersten Golfkrieg 1991 verantwortlich.

Angriff "hochkomplexe Operation"

Sollte sich Israel dazu entscheiden, einen Luftangriff gegen den Iran zu starten, müssten ihre Piloten mehr als 1.600 Kilometer feindlichen Luftraum überqueren, in der Luft tanken, die iranische Luftabwehr ausmanövrieren, mehrere unterirdische Anlagen simultan angreifen und dabei mindestens 100 Flugzeuge einsetzen, so die Einschätzung der US- Experten.

Ein Angriff werde die israelische Luftwaffe auf eine sehr harte Probe stellen, gab die Zeitung weitere, namentlich nicht genannte US- Militärexperten wieder. Ein Erfolg einer solch hochkomplexen Operation sei jedenfalls alles andere als garantiert. Zugleich bezeichnte US- Generalstabschef Martin Dempsey in einem CNN- Interview eine allfällige Attacke Israels gegen den Iran als "destabilisierend". "Es wäre zu diesem Zeitpunkt nicht weise, den Iran anzugreifen", rief Dempsey Israel zur Zurückhaltung auf.

Netanyahu und Barak ärgern sich über US- Analyse

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Ehud Barak hätten sich daraufhin beim Sicherheitsberater von US- Präsident Barack Obama, Tom Donilon, über die Äußerungen beschwert, berichtete die Zeitung "Haaretz" am Dienstag. Der israelische Regierungssprecher Mark Regev wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. "Wir kommentieren diese Art von Pressespekulationen nicht", sagte er in Jerusalem.

Washington befürchtet, dass ein israelischer Angriff zu einer Eskalation führen und die USA zum Eingreifen nötigen könnte. US- Regierungsmitglieder, unter ihnen Verteidigungsminister Leon Panetta, haben öffentlich gewarnt, eine derartige Aktion könne sich über Wochen hinzuziehen und einen unkalkulierbaren Flächenbrand im Nahen Osten auslösen.

Krieg als Gefahr für Obama- Wiederwahl

Ein solcher Krieg könnte die Wiederwahl von Präsident Obama im November gefährden. Obama und Netanyahu werden in 14 Tagen Gelegenheit zur persönlichen Aussprache haben. Der israelische Ministerpräsident wird am 5. März zu Gesprächen mit dem US- Präsidenten im Weißen Haus erwartet.

AG/red
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