Tätlich angegriffen
Frankreich: Wüste Sakko-Attacke auf Staatschef Sarkozy
Beim Angreifer handelt es sich um einen 32-jährigen Franzosen, der im Konservatorium von Agen als Angestellter arbeitet. Obwohl Sarkozy ankündigte, gegen ihn nicht Anzeige zu erstatten, drohen dem Mann nun bis zu drei Jahren Haft und eine Strafe in der Höhe von 45.000 Euro. Da es sich bei dem Opfer um das Staatsoberhaupt handelt, ist das Vergehen strafrechtlich relevant und die Staatsanwaltschaft kann auch ohne Anzeige gegen den Täter vorgehen. Staatsanwalt Pascal Prache wird am Freitag über das weitere Vorgehen entscheiden.
Regierung erst am Mittwoch umgebildet
Nicolas Sarkozy hatte erst am Mittwoch wegen des Wechsels von Wirtschaftsministerin Christine Lagarde zum IWF seine Regierung mit Blick auf den Wahlkampf umgebildet. Lagardes Nachfolger wurde der bisherige Haushaltsminister François Baroin (46). Er bringt nur relativ wenig Regierungserfahrung mit, zählt aber zu den politischen Zöglingen von Ex-Präsident Jacques Chirac.
Der neue Wirtschaftsminister hatte nach einem Bericht der Zeitung "Le Figaro" mit Rücktritt für den Fall gedroht, dass er nicht die Lagarde-Nachfolge antreten werde. Französische Medien hatten zuvor seine Kompetenz für den Posten wegen mangelnder Englischkenntnisse in Zweifel gezogen. Auf eine auf Englisch gestellte Frage einer französischen Journalistin antwortete er am Mittwoch auf Französisch: "Wir können ja zusammen einen Sprachkurs machen." Auf den Posten der Haushaltsministerin rückte die bisherige Forschungsministerin Valerie Pecresse, die damit auch Regierungssprecherin wurde.
Der bisherige Europaminister Laurent Wauquiez, der auch dank seiner exzellenten Deutschkenntnisse einen guten Draht nach Berlin hatte, wechselte zudem ins Forschungsministerium. Ihm folgte der Abgeordnete Jean Leonetti nach, der den Posten möglicherweise seiner Nähe zum Zentrumspolitiker Jean-Louis Borloo verdankt, den Sarkozy derzeit zu schwächen versucht.
Ex-Judo-Weltmeister als Staatssekretär
Mehrere weitere Vertreter des Zentrums wurden mit Kabinettsposten versorgt, unter ihnen François Sauvadet, der Minister für den öffentlichen Dienst wird. Diese Stelle war vakant, seit sein Amtsvorgänger Georges Tron nach Vergewaltigungsvorwürfen zurücktreten musste. Als originellster Neuzugang gilt der ehemalige Judo-Weltmeister David Douillet, der sich als Staatssekretär im Außenministerium um Franzosen im Ausland kümmern soll.







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