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Forscher: "Mikroben haben Ölschwaden im Golf vernichtet"

25.08.2010, 07:14
Forscher: "Mikroben haben Ölschwaden im Golf vernichtet"
Eine neu entdeckte Mikrobenart soll Wissenschaftlern zufolge einen Großteil der riesigen Ölschwaden in den Tiefen des Golfs von Mexiko vernichtet haben. Die Mikroorganismen seien offenbar durch die massive Ölpest nach der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" angeregt worden, schreiben die Forscher in einem am Dienstag im renommierten Magazin "Science" veröffentlichten Artikel. Demnach hätten die Mikroben Kohlenwasserstoffe so effizient vernichtet, dass die Ölschwaden von der Größe Manhattans nun "nicht mehr nachweisbar" seien.

Die sogenannten Proteobakterien könnten Kohlenwasserstoffe schneller als angenommen abbauen, ohne dabei wie die meisten Öl- zersetzenden Bakterien den Sauerstoff deutlich zu verringern.

"Keine Anzeichen mehr" für Ölschwaden

Bereits zwei Wochen nach dem Abdecken des leckgeschlagenen Bohrlochs Mitte Juli seien die Ölschwaden nicht mehr nachweisbar gewesen. Es sei jedoch ein Phänomen namens Meeresschnee aufgetreten, das darauf hingedeutet habe, dass sich die Mikroben an den Kohlenwasserstoffen "gütlich getan hätten". Mittlerweile gebe es "keine Anzeichen mehr" für die Ölschwaden.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass von den Hunderten Millionen Litern Rohöl, die nach der Explosion der BP- Bohrinsel ins Meer geflossen sind, nichts mehr übrig ist. Schätzungen der US- Regierung von Anfang August zufolge sind erst 50 Prozent des Öls aus dem Golf verschwunden, der Rest baut sich demnach rasch ab.

Die "Deepwater Horizon" war nach einem Feuer Mitte April gesunken. Das lecke Bohrloch konnte im Juli geschlossen werden. Bei dem Vorfall handelte es sich laut den Behörden in Washington um die größte Umweltkatastrophe der US- Geschichte.

Entschädigungsfonds für US- Ölpest nahm Arbeit auf

Indes hat der 20 Milliarden Dollar schwere Entschädigungsfonds für die Opfer der Ölkatastrophe seine Arbeit aufgenommen. Geschädigte können ab dieser Woche Schadensersatz beantragen. Die Richtlinien des Fonds sind aber umstritten. Der britische Energiekonzern BP hatte sich erst auf massiven Druck der US- Regierung zu dem Fonds bereit erklärt. Der Konzern begann selber schon vor längerem mit der Zahlung von Entschädigungen.

Ziel sei es, Privatforderungen innerhalb von 48 Stunden nach Genehmigung zu zahlen, sagte der Verwalter des Fonds, Kenneth Feinberg, der für die US- Regierung schon Manager- Gehälter überprüfte. Firmen- Entschädigungen sollten innerhalb von sieben Tagen erledigt werden. Nur Antragssteller, die sich binnen der nächsten sechs Monate melden, könnten BP zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal verklagen, fügte Feinberg hinzu. Danach verlören sie das Recht auf eine erneute Anklageerhebung gegen den Ölkonzern.

"Das ist inakzeptabel", bemängelte Floridas Justizminister Bill McCollum bereits in der vergangenen Woche. Das sei weniger großzügig, als wenn man sich direkt an den Konzern wendet - und nur zum Vorteil von BP. Feinberg entgegnete, der Vorschlag sei von ihm selbst und nicht von BP.

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