Bei Atom-Gipfel

Einigung auf Kampf gegen “schmutzige Bombe”

Ausland
25.03.2014 17:49
53 Staaten haben sich darauf verständigt, die weltweite Atomsicherheit zu verbessern. Die Teilnehmer des dritten Atom-Gipfels riefen zu einem besseren weltweiten Schutz von radioaktivem Material auf. Es müsse sichergestellt werden, dass hochangereichertes Uran nicht in die Hände von Extremisten gerate, betonten die Staats- und Regierungschefs am Dienstag in der Abschlusserklärung des Treffens in Den Haag. Laut US-Präsident Barack Obama ist es noch ein weiter Weg: "Wir müssen noch viel Arbeit leisten."

Im Mittelpunkt des zweitägigen Treffens standen Bemühungen, besonders in der Industrie oder in Krankenhäusern genutztes Atommaterial besser zu sichern. Der Gastgeber des Gipfels, der niederländische Regierungschef Mark Rutte, sah "große Schritte" gemacht hin zur Erreichung folgender Ziele: die weltweite Menge von nuklearem Material zu verringern, den Schutz der Bestände zu verbessern und die internationale Zusammenarbeit zur Atomsicherheit zu verstärken.

Merkel: "Von Welt ohne nukleare Gefahren weit entfernt"
Doch hinter diesen Worten versteckt sich die eher nüchterne Realität: Im vergangenen Jahr wurden mindestens 143 Mal waffenfähige Stoffe gestohlen oder sie verschwanden einfach. Die Staatengemeinschaft scheint eher machtlos zu sein. Von der Vision einer Welt ohne nukleare Gefahren "sind wir leider noch weit entfernt", klagte daher auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Intensiverer Datenaustausch, mehr Geld für IAEO
Die 53 Teilnehmerstaaten vereinbarten, die Bestände von risikoreichem Uran und Plutonium zu verringern. Sie betonten zudem die Rolle der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) und sprechen sich für eine bessere "politische, technische und finanzielle" Unterstützung der Institution in Wien aus. Unter dem Punkt "freiwillige Maßnahmen" wird in der Erklärung zudem angemahnt, Informationen über atomares Material und dessen Sicherung auszutauschen. Staaten und Unternehmen werden aufgefordert, sich zum Schutz von atomaren Material besser gegen Cyberattacken zu rüsten.

Internationale Experten sollen die Effektivität nationaler Vorkehrungen prüfen können. Die teilnehmenden Staaten wollen zudem die Richtlinien der IAEO für den sicheren Umgang mit atomarem Material in nationale Bestimmungen umsetzen. "Unser Ziel ist es, die Millionen Schwächen der Atomsicherheit zu beseitigen", sagte der niederländische Außenminister Frans Timmermans.

Kein großer Durchbruch
Doch der große Durchbruch gelang nicht. Nur 35 der teilnehmenden Staaten vereinbarten, ihre Zusammenarbeit zur Sicherung atomaren Materials über die Gipfelerklärung hinaus zu verstärken. Unter anderem Russland, Pakistan, Indien und China wollen sich nicht strengeren Regeln unterwerfen. Zu den Unterzeichnern der Abschlusserklärung gehören die USA und die europäischen Staaten sowie Russland, die zumindest für die Erklärung des Gipfels den Konflikt um die Krim in den Hintergrund rückten. Der nächste Atom-Gipfel ist für 2016 in Chicago angesetzt.

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