Unzurechnungsfähig

Berlusconi verletzt: Psychisch Kranker freigesprochen

Ausland
29.06.2010 14:23
Sechs Monate nach dem gewaltsamen Angriff auf den italienischen Premierminister Silvio Berlusconi in Mailand hat ein Gericht am Dienstag den psychisch gestörten Täter Massimo Tartaglia wegen Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen. Der Grafiker hatte am 13. Dezember 2009 bei einer Parteiveranstaltung in Mailand den Regierungschef mit einer Alabaster-Miniatur beworfen und verletzt.

Der stark blutende Ministerpräsident wurde damals sofort in sein Auto gebracht. Augenblicke später zeigte sich Berlusconi nochmals den umstehenden Menschen und versicherte, dass er nicht schwer verletzt wäre. Danach wurde er in die Mailänder San-Raffaele-Klinik gefahren. Der 73-Jährige erlitt einen Nasenbeinbruch und Verletzungen an der Unterlippe, die genäht werden musste. Außerdem brachen zwei Zähne ab.

Laut einem psychiatrischen Gutachten war der 42-jährige Tartaglia bei seinem Angriff unzurechnungsfähig. Der Mann, der seit seinem 18. Lebensjahr wegen psychischer Störungen behandelt wurde, muss ein weiteres Jahr in der Anstalt verbringen, in der er sich unter Hausarrest befindet, urteilte das Gericht. Tartaglia wird zwar seine Familie besuchen können, wird aber nicht an öffentlichen Kundgebungen wie jener teilnehmen dürfen, bei der er Berlusconi angegriffen hatte.

Der Prozess gegen Tartaglia hatte im April begonnen. Die Richter nahmen die Forderung des Staatsanwalts Armando Spataro an, der den Freispruch des Täters wegen Unzurechnungsfähigkeit gefordert hatte.

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