Karadzic-Prozess
Karadzic: Holbrooke-Papier wurde verbrannt
Das Originaldokument der Einigung sei auf „sehr merkwürdige Weise Anfang 2001 aus dem Archiv des Belgrader Außenministeriums“ verschwunden, sagte der Anwalt der Tageszeitung „Politika“. Bei einem Brand im Außenministerium sei nämlich ein Teil der Archivunterlagen vernichtet worden, so der Anwalt. In den vergangenen Jahren habe man wiederholt nach dem Papier gesucht, jedoch erfolglos.
Immer wieder Gerüchte über Interventionen
Holbrooke selbst bestritt wiederholt, je eine Einigung mit Karadzic erzielt zu haben, die den ehemaligen Präsidenten der bosnischen Serbenrepublik vor der strafrechtlichen Verfolgung durch das UNO-Kriegsverbrechertribunal schützen würde. Zuletzt behauptete die ehemalige Pressesprecherin von Ex-Chefanklägerin Carla del Ponte, dass nicht nur die USA sondern auch Frankreich und Großbritannien Karadzic wiederholt vor seiner Verhaftung geschützt haben sollen.
Karadzic fühlt sich von Richter verfolgt
Doch damit war die Karadzic-Show in Den Haag am Dienstag noch nicht zu Ende: Wenig später hat der mutmaßliche Kriegsverbrecher den Ausschluss eines niederländischen Richters von seinem Fall beantragt. Richter Alphons Orie ist für die laufende Anfangsphase des Prozesses gegen Karadzic zuständig. Orie war bereits an Verfahren gegen andere prominente serbische Angeklagte beteiligt.
Karadzic erklärte in einem Brief an den Präsidenten des Tribunals, Orie habe ein persönliches Interesse daran, ihn, Karadzic, schuldig zu sprechen. Ein Schuldspruch würde frühere Urteile unter Ories Leitung bekräftigen, erklärte Karadzic. Orie ist seit 2001 Richter am Haager UN-Tribunal.







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