Vor Polen-Wahl

1,65 Millionen Unterstützer für Jaroslaw Kaczynski

Ausland
06.05.2010 18:34
Mit einer spektakulären Unterschriftenaktion für ihren Präsidentschaftswahlkandidaten Jaroslaw Kaczynski wollen die Nationalkonservativen in Polen die Rivalen in die Defensive drängen. Das Wahlkomitee habe 1,65 Millionen Unterschriften gesammelt, teilte Kaczynskis Wahlkampfchefin Joanna Kluzik-Rostkowska am Donnerstag in Warschau mit. Der Sieg beim Urnengang am 20. Juni liege damit in Reichweite, so die Abgeordnete der Partei Recht und Gerechtigkeit, PiS.

Bei einer Flugzeugkatastrophe nahe Smolensk in Russland waren am 10. April Präsident Lech Kaczynski, Jaroslaws Zwillingsbruder, sowie 95 andere Insassen, darunter prominente Politiker, Militärs und Geistliche, ums Leben gekommen.

Nachdem Jaroslaw Kaczynski erklärt hatte, die Nachfolge seines Bruders antreten zu wollen, waren nach Medienangaben maximal 500.000 Unterschriften für ihn erwartet worden. Geworden sind es 1,65 Millionen. Bis Mitternacht müssen alle Kandidaten für das Präsidentenamt mindestens 100.000 Unterschriften bei der staatlichen Wahlkommission deponieren.

"Polen hat ein Recht auf Träume"
Kaczynski bedankte sich bei seinen Anhängern: "Uns verbindet die Überzeugung, dass Polen ein Recht auf Träume hat: über ein starkes, in der Welt geachtetes, gerechtes und stolzes Land." Der 60 Jahre alte Oppositionsführer äußerte sich bei dieser Gelegenheit erstmals seit dem Flugzeugabsturz vor knapp einem Monat öffentlich.

Am 20. Juni soll der Nachfolger des tödlich verunglückten Staatsoberhauptes gewählt werden. Der als Favorit geltende Kandidat der liberal-konservativen Regierungspartei Bürgerplattform (PO), Bronislaw Komorowski, will die Liste mit seinen Unterstützern am Nachmittag der Wahlkommission zuleiten.

Nach jüngsten Umfragen kann Komorowski im ersten Wahlgang mit rund der Hälfte, Kaczynski mit einem Drittel der Stimmen rechnen. Die Unterstützung für andere Bewerber liegt derzeit unter fünf Prozent. Falls keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erreicht, müssen die beiden stärksten Bewerber am 4. Juli in die Stichwahl gehen.

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