Das freie Wort

Gedanken zur Verkürzung der Sommerferien

Die gegenwärtige Debatte um eine Kürzung der Sommerferien hat angesichts der sich rasch verschlechternden wirtschaftlichen Lage vieler Eltern ihre Berechtigung und sollte vom zuständigen Minister nicht einfach nur ignoriert werden. Denn die Ferialbetreuung wird von Jahr zu Jahr bei stagnierenden Einkommen immer teurer und viele Eltern wissen nicht mehr, wie sie diese Kosten noch stemmen sollen. Vielmehr sollte sich Herr Wiederkehr rasch und ernsthaft mit dieser Angelegenheit auseinandersetzen. Die Verkürzung der Sommerferien auf nur sechs Wochen hätte folgende Vorteile: 1) Die eigentliche Lern- und Prüfungszeit wäre länger und würde vielen Schülerinnen und Schülern einiges an Stress ersparen. 2) Die Schülerinnen und Schüler würden nicht wieder einen Großteil des Gelernten vergessen und könnten so leichter in das nächste Schuljahr einsteigen. 3) Die extrem kurze Lehr- und Lernzeit zwischen dem Schulbeginn und den bald darauffolgenden Herbstferien könnte durch den Wegfall derselben verlängert werden und würde die Schülerinnen und Schüler gleich nach Schulbeginn nicht wieder einer gar nicht notwendigen erneuten Lernunterbrechung unterwerfen. 4) Die Kosten der Eltern für die jährliche Ferialbetreuung ihrer Kinder würden sinken. Es sollte jetzt also nicht darum gehen, ob man seit Maria Theresias Zeiten geltende Ferienregelungen (lange Sommerferien, weil damals die Kinder ihren Eltern bei der Einbringung der Ernte helfen mussten) einfach aus Tradition und Bequemlichkeit nicht ändern möchte, sondern es sollte jetzt primär Rücksicht auf sich rasch ändernde praktische Gegebenheiten für in Österreich lebende Eltern genommen werden. Keinesfalls sollten bei der gegenwärtigen Diskussion wohlerworbene „Ferienrechte“ der Lehrerschaft als Argumentation gegen eine Änderung der Ferienordnung zur Anwendung kommen. Denn der berufliche Alltag zukünftiger Erwachsener kennt in der Regel eben keinen mehr als dreimonatigen Urlaub pro Jahr. Genau das Gegenteil ist der Fall.

Martin Krämer, per E-Mail

Erschienen am So, 14.6.2026

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