Das freie Wort

Dann will ich lieber „small“ bleiben

Trump ist angetreten, um Amerika wieder groß zu machen. Wie man ein Land, das wirtschaftlich und militärisch mit Abstand das stärkste ist, „wieder“ groß macht – na ja, das ist schon einmal so eine Sache. Aber wie sieht die Bilanz bisher aus? Trump wollte den Ukraine-Krieg in den ersten Tagen seiner Amtszeit beenden. Bisher ist nicht viel passiert, außer dass Putin gestärkt wurde, da Trump mit seiner „Dealmaking“-Politik vollkommen gescheitert ist. Wirtschaftlich sieht es ebenso alles andere als prickelnd aus. Die Ex- und Importe der USA brechen ein, der Tourismus geht zurück, und bisher ist nicht abzusehen, dass irgendwelche Firmen größere Pläne hätten, in die USA zurückzukehren, was auch vollkommen sinnbefreit wäre, da sie nicht umsonst die Produktion in andere Länder verlagerten. Auch bei den so wichtigen Beziehungen zu anderen Staaten schaut es nicht gut aus. Trump agiert wie ein Elefant im Porzellanladen, womit er politische Unsicherheit schafft, was natürlich alles andere als positiv für die wirtschaftliche und politische Entwicklung ist. Wenn der Präsident der USA nicht vertrauenswürdig ist, wenn man nicht weiß, was er nächsten Tag wieder von sich geben wird, ob er sich nicht wieder um 180 Grad dreht, dann kann das kein Umfeld für eine prosperierende Entwicklung sein. Zu guter Letzt hat er den Krieg ins eigene Land getragen. Er geht brutal gegen das eigene Volk vor, spielt den starken Mann, lässt die Armee aufmarschieren. Die Demokratie der USA haben er und sein Gefolge mittlerweile schwer beschädigt. Das Recht gilt nur so lange, solange es seiner Meinung entspricht, alles andere wird ignoriert. Wenn das alles mit „great“ zu tun hat, dann will ich lieber „small“ bleiben.

Andreas Laszakovits, per E-Mail

Erschienen am Mi, 11.6.2025

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