Das legendäre Vorarlberger Poolbar Festival startet am 8. Juli in Feldkirch – die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, unterdessen stemmt sich Organisator Herwig Bauer gegen Förderkürzungen.
Das Poolbar Festival in Feldkirch ist mehr als eine Spaßmeile, die den Sommer über die Vorarlberger Jugend unterhält. Es agiert auf mehreren Ebenen nachhaltig, tüftelt jedes Jahr an einem neuen Konzept, bringt spannende Architektur in den öffentlichen Raum, bietet Dialogformate an, gibt jungen Gestaltern eine Chance zur Verwirklichung eigener Ideen und punktet darüber hinaus mit einem Line-up, das aus dem ewig gleichen, weichgespülten Mainstream ausbricht – und damit 40.000 Gäste aus dem In- und Ausland erreicht.
Schmerzhafte Kürzungen
Trotzdem muss das Poolbar Festival heuer mit Kürzungen bei den Förderungen durch Stadt und Land zurechtkommen. Wiederholt hat die Landesregierung das Spardiktat ausgerufen, die einzelnen Abteilungen vollstrecken die Vorgabe. Poolbar-Organisator Herwig Bauer spricht mittlerweile nur noch von einer „Spar-Neurose“: „Wir versuchen nun, den Schaden in Grenzen zu halten und aufzuzeigen, dass Einsparungen in der Kultur und natürlich auch in anderen Bereichen irreversible Zerstörungen zur Folge haben – der langfristige Schaden ist viel größer als der kurzfristige Effekt.“
White Lies, Xavier Rudd, Joss Stone
Das Programm steht jedenfalls , das Magazin – immerhin mit einer Auflage von 100.000 Stück – geht demnächst in Druck, der Vorverkauf ist angelaufen, ebenso wie die Vorbereitungen für die Aufbauten am Reichenfeldareal. Die Architektur setzt heuer das Element Dreieck in Szene und spielt mit unterschiedlichen Ebenen und deren Verbindungen. So werden diesmal auch Dächer zu Sitzgelegenheiten – Perspektivenwechsel ist angesagt. Wer sich ein Ticket für die Headliner sichern will, sollte schnell agieren. Karten für die Babyshambles, José Gonzalez, Joss Stone, Xavier Rudd oder die White Lies werden wohl rasch ausverkauft sein. Entdeckungslustigen seien aber auch Acts wie Laurenz Nikolaus (laut Bauer „verzweifelter Wienerlied-Rock“), Kevin Morby („amerikanischer Indie-Held“) oder der Brite Jake Bugg („einfach saugut“) empfohlen.
Pool-Quiz als Dauer-Hype
Neben Konzerten in der Halle oder als Open Air wird jeden Sonntag am Areal gejazzt und gebruncht, jeden Mittwoch geht das Pool-Quiz über die Bühne. „Wir machen das seit 25 Jahren. Anfangs haben sich vielleicht vier oder fünf Teams angemeldet. Mittlerweile sind es 200, knapp 1000 Menschen wollen jede Woche miträtseln“, erzählt Bauer über den Dauerbrenner. Auch Kinofilme, Kabarett (Robert Palfrader etwa) und Tagebuch-Slams stehen am Programm.
8. Juli bis 16. August,
im Alten Hallenbad und Reichenfeld
Info und Tickets: www.poolbar.at
Reaktiviert wurde der Bechomat: Anstatt den Mehrwegbecher an der Bar wieder abzugeben und dafür das Pfand zu kassieren, können die Gefäße an den Bechomaten zurückgegeben werden. Dort kann man sich dann entscheiden, an wen man das Pfand spenden möchte: an das Festival selbst, an ein Ananas-Startup in Afrika oder an eines der vielen anderen angebotenen Projekte. Die Bechomaten sollen nach dem Festival übrigens nicht in Feldkirch bis zur nächsten Poolbar-Ausgabe überwintern, sondern an andere Vereine des Landes – man denke an Fußball – weitergegeben werden.
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