Die MAN-Steyr-Belegschaft hat sich im Sinne des Betriebsrates entschieden – für die Arbeitslosigkeit. Der Betriebsrat war gegen die Weiterführung des Werkes unter dem Namen „Steyr“ mit Hrn. Wolf als neuen Chef. Ist der Belegschaft das „Stempeln“ lieber als ein Verlust von netto ca. 10% an Gehalt? Nun aber wird die Sache grotesk: Der Betriebsrat scheint in eine Art Größenwahn verfallen zu sein, indem er mitgeteilt hat, dass er die Werksschließung nicht akzeptieren wird. Was will der gute Mann machen? Will er der Geschäftsleitung die Schlüssel wegnehmen, oder will er im geschlossenen Werk streiken? Streik ist eine der wenigen „Waffen“, die ein Betriebsrat hat – aber wenn das Werk geschlossen ist, ist eine Streikdrohung wohl lächerlich. Wenn man droht, so sollte man zuerst überlegen, welche Argumente oder Druckmittel man besitzt. Wenn MAN heute die Produktion in Steyr einstellt, so kann niemand etwas dagegen machen, zumal der Arbeiterbetriebsrat gegen eine Weiterführung unter neuer (alter) Flagge gestimmt hat.
Stephan Pestitschek, Strasshof
Erschienen am So, 11.4.2021
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